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Alserbachstraße 41

Fakten

Alserbachstraße 41

Alserbachstraße 41, 1090 Wien

Baujahr: 1904-1905

Wohnungen: 0

Architekt: Julius Goldschläger

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Dieses Gebäude entstand um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gegenüber der kurz davor eröffneten Stadtbahnstation Friedensbrücke. Bauherrin war die Firma "Böhmische Glashüttenwerke Stupno-Břas, Leopold Stiassny", die das Gebäude bereits bei seiner Errichtung mit einem Aufzug ausstatten ließ. Nach 1945 wechselte das ursprünglich als Wohn- und Geschäftshaus für großbürgerliche Mieter errichtete Bauwerk mehrmals Besitzer und Funktion, wurde Hotel und später Bürogebäude des Bundeslandes Niederösterreich, von dem es die Stadt Wien 1996 erwarb. Heute befindet sich in diesem Haus das WIENER WOHNEN Kundendienstzentrum für den 1., 2., 8., 9. und 20. Bezirk.

Die Architektur

Das repräsentative Eckhaus verfügt über ein Erdgeschoß, vier Stockwerke sowie ein ausgebautes Dachgeschoß. Die Fassade ist zurückhaltend ausgeführt. Die Gliederung erfolgt vorwiegend durch vor- und zurücktretende rechteckige Flächen. In allen Stockwerken laufen Gesimse um die gesamte Fassade. Die abgerundete und stark zurücktretende Eckzone des Hauses zeigt, dass man bereits zur Zeit der Erbauung mit einem verstärkten Verkehrsaufkommen an dieser Stelle gerechnet hatte.
Im Erdgeschoß waren mehrere Geschäftslokale vorgesehen, in den Stockwerken jeweils drei Wohnungen. Diese Einteilung kann man auch von außen an den drei Erkertürmen erkennen, die vom ersten bis zum dritten Stock durchlaufen und im obersten Geschoß mit Balkonen abschließen, an deren Unterseiten die einzigen ornamentalen Schmuckelemente der Fassade zu finden sind: ein verschlungenes Pflanzenmotiv, das sich in den schmiedeisernen Balkongittern wiederholt. Jeweils zwei Erker bzw. ehemals dahinter liegende Wohnungen gehen Richtung Alserbachstraße, einer zur Spittelauer Lände.

Der Name

Bereits 1353 findet die Alserbachstraße unter der Bezeichnung "Auf dem Griesz" Erwähnung. Mitte des 19. Jahrhunderts erhält sie den Namen "Weiße Löwengasse". Erst 1862 wurde der Straßenzug nach dem in ihrem Bereich 1840-1846 eingewölbten Alser Bach benannt.

Architekten

Julius Goldschläger - Julius Goldschläger (1871-1940) studierte von 1892 bis 1895 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Um 1900 erbaute er eine Reihe von großbürgerlichen Wohnhäusern im neobarocken Stil. Eines seiner repräsentativsten Bauwerke ist das Wohnhaus Porzellangasse 7 in Wien 9. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt er offenbar keine Aufträge mehr und betrieb ein Kaffeehaus.

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