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Vier-Jahreszeiten-Hof

Hof-Informationen Vier-Jahreszeiten-Hof

Detailinformationen

Vier-Jahreszeiten-Hof

Adresse

Bossigasse 18-22, 1130 Wien

Bossigasse 18-22, 1130 Wien

Mantlergasse 8-14, 1130 Wien

Bossigasse 14, 1130 Wien

Premreinergasse 2-6, 1130 Wien

Premreinergasse 1-5, 1130 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1954 - 1955

Anzahl an Wohnungen

189

Architekt*in

Edith Lessel

Wohnungen

189

Waschküchen

5

Stiegen

18

Lokale

10

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Ja

Werkstatt

Nein

Ihr Hof ist mit 5 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Ernst Paar schuf das keramische Mosaik „Die vier Jahreszeiten“ (1955). Es wurde im Rahmen der Sanierung der Wohnhausanlage 2024 wiederhergestellt. Jede der vier Jahreszeiten wird durch eine Frauenfigur symbolisiert, die Mosaike haben unterschiedliche Größen und Formate. Der Winter im untersten Teil zeigt eine schwungvolle Eistänzerin im weißen Kleid, Schneeflocken sprenkeln den Himmel. Die Herbstfigur, die liegend die Ernte in Form einer Schale voller Früchte genießt, ist eingebettet in warmes Rot, das die Farben der Laubblätter aufnimmt. Der Sommer darüber zeigt üppiges Grün und eine arbeitende Gärtnerin mit Hut in einer Szene voller Blumen und Getreideähren. Der Frühling ganz oben ist in hellen Pastellfarben gehalten, die elfenhafte Figur scheint vom Wind getragen und zurückblickend dem Winter zu entfliehen. Der Rahmen in diesem obersten Teil des gesamten Mosaiks ist gesprengt – eine Hand und ein Bein ragen über den Rand hinaus. Die ausdrucksstarken, raumgreifenden Frauenfiguren stehen ganz im Mittelpunkt der einzelnen Teile des Mosaiks. Ihre Bewegungen und Haltungen symbolisieren wie die Farben und Bildelemente die verschiedenen Jahreszeiten.

Wie viele Wohnhausanlagen im 13. Bezirk entstand auch diese Anlage im Rahmen des Wiederaufbauprogramms und der Erschließung zusätzlicher Wohngebiete in den 1950er-Jahren. Parallel zur Verbindungsbahn, liegt sie in einer von Alleestraßen geprägten und mit Villen locker verbauten Gegend, die erst Ende des 19. Jahrhunderts städtebaulich erschlossen wurde. Bereits 1924 erwarb die Gemeinde Wien die Bauplätze, auf denen später die Wohnhausanlage errichtet und im Jahr der Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 fertig gestellt wurde. An die "Befreiung" Österreichs von den Besatzungsmächten nach der Vertragsunterzeichnung erinnert eine Gedenktafel.

Architektur und Kunst

Die Anlage besteht aus elf Baukörpern, die auf drei durch Straßen getrennten Grundstücken errichtet wurden. Aufgrund der Grundstücksform und nach dem Prinzip der sich zur Umgebung hin öffnenden Wohnhausanlage sind die drei- bis viergeschoßigen Baublöcke frei stehend entlang den Straßen angeordnet und umschließen als Grünanlagen gestaltete Freiräume, in denen zwei- bis dreigeschoßige Häuserblöcke liegen. Durch die lockere Anordnung der Baukörper, die an einigen Stellen durch Pergolen miteinander verbundenen sind, fügt sich die Anlage gut in das städtebauliche Gefüge ein. Dem Wohnhausbau der 1950er-Jahre entsprechend, ist die Architektur zurückhaltend und mit einfachen Mitteln sparsam gestaltet. Die flächig verputzten Fassaden werden durch regelmäßig angeordnete Fenster gegliedert. Über die gesamte Bauhöhe reichende Fassadenvorsprünge markieren die Stiegenhäuser, während über die Traufhöhe ragende Erker mit Giebeln am Außenbau Akzente setzen. Details wie schmale Putzfensterrahmen, einfach profilierte Türrahmungen und Kranzgesimse sowie die Walmdächer sind typische Gestaltungselemente jener Zeit. Hier und da sorgen Erker und Gitterbalkone für Abwechslung.

Edith Lessel - Edith Lessel (geb. 1916 in Wien) studierte von 1935 bis 1938 und 1947/48 bei Hans Vetter und Franz Schuster Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf sie vor allem in den 1950er-Jahren mehrere Wohnhausanlagen, wie etwa die Anlagen Baumgartenstraße 25-33 in Wien 14 (1952/53) und Hohenbergstraße 14-16 in Wien 12 (1951/52).

In der Grünanlage steht eine Natursteinplastik von Christa Vogelmayer aus den Jahren 1951 bis 1954. Sie stellt einen liegenden Elefanten dar. Ernst Paar schuf das keramische Mosaik "Die vier Jahreszeiten" (1955), das im Rahmen der Sanierung 2024 wiederhergestellt wurde.

Dokumente