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Reumannhof

Hof-Informationen Reumannhof

Detailinformationen

Reumannhof

Adresse

Margaretengürtel 100-110, 1050 Wien

Margaretengürtel 100-110, 1050 Wien

Siebenbrunnengasse 90-92, 1050 Wien

Brandmayergasse 37-39, 1050 Wien

Margaretengürtel 100-110, 1050 Wien

Brandmayergasse 37-39, 1050 Wien

Siebenbrunnengasse 90-92, 1050 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1924 - 1926

Anzahl an Wohnungen

451

Architekt*in

Hubert Gessner

Wohnungen

451

Waschküchen

2

Stiegen

15

Lokale

50

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Nein

Werkstatt

Ja

Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Jakob Reumann (1853-1925) wurde 1919 erster sozialdemokratischer Bürgermeister Wiens. Er kann als Begründer des Wiener sozialen Wohnbaues gesehen werden. Er novellierte die Bauordnung entsprechend, unter seiner Amtsführung wurde 1923 das erste große Wohnbauprogramm beschlossen, das den Bau von 25.000 Gemeindewohnungen innerhalb von fünf Jahren vorsah.

Der Architekt Hubert Gessner versuchte mit dem 460 Wohnungen und 30 Geschäftslokale umfassenden Reumann-Hof ein Symbol für das neue Wien zu schaffen. In den frühen 20er Jahren war Grundsteinlegung, 1926 wurde die Eröffnung des Reumann-Hofes gefeiert. Das erste fertig gestellte Gebäude des Wiener sozialen Wohnbaues konnte der Bevölkerung präsentiert werden. Am Beginn des Bürgerkrieges im Februar 1934 war der Reumann-Hof Hauptstützpunkt des Republikanischen Schutzbundes. Es kam zu Kämpfen und zu einer Besetzung der Anlage durch Polizeieinheiten. Im 2. Weltkrieg fielen Bomben auf den Reumannhof.

Architektur und Kunst

Der Reumann-Hof präsentiert sich als monumentale Wohnhausanlage mit überhöhtem Mitteltrakt und harmonisch anschließenden Seitentrakten. Die Architektur entspricht dem Grundgedanken Otto Wagners (1841-1918, Architekt und Kunsttheoretiker) von einer großstädtischen und monumentalen Bauweise. Otto Wagner war Lehrer vieler Architekten, die den Wiener Sozialbau in der Zwischenkriegszeit gestalteten, und beeinflusste daher auch deren Bauweise. Herzstück der Wohnbauanlage ist der "Ehrenhof" mit Wasserbecken. Die Wasserfläche spiegelt wie bei einer Schlossanlage den Mitteltrakt wider und lässt ihn dadurch größer erscheinen. Der "Ehrenhof" ist von Arkaden, Laubengängen und Pavillons umgeben.

Die Fassade zeigt dreieckige Erker, die ihre Wurzeln im tschechischen und slowakischen Kubismus haben. Die verschiedenen Fensterformen ergeben eine interessante Wirkung nach außen und nach innen. Die Gestaltung von abgerundeten Dachstrukturen weist auf französischen Einfluss hin.

Gittertore, Geländer, Zäune und Lampen sind in Stil und Form einheitlich und in einem satten Rot gehalten. Dieselben Stilelemente und Farben finden sich an der Fassade, auf den Gehwegen, in den Majolikaplastiken und in den Elementen der Stiegenhäuser wieder. Die schwarzen Handläufe der Stiegengeländer sind mit Goldknöpfen versehen und harmonieren mit dem schwarz-weißen Steinboden und den goldenen Türknöpfen und Namensschildern.

Der Reumann-Hof kann als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Malerei und Plastik im Sinne Otto Pächts (1902-1988, Kunsthistoriker) gesehen werden.

Hubert Gessner - Hubert Gessner (1871-1943) war bereits in verschiedenen Büros als Bauzeichner tätig, bevor er 1894 sein Architekturstudium an der Akademie der bildenden Künste bei Otto Wagner begann. 1904 gründete er mit seinem Bruder Franz Gessner das Architekturbüro Gessner & Gessner. Schon früh im Umfeld der Sozialdemokratischen Partei tätig wurden ihm durch Viktor Adler und Karl Renner erste wichtige Bauaufträge vermittelt. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg errichtete er neben Villen vor allem auch Arbeiterwohnheime und Gewerkschaftseinrichtungen in Wien und Niederösterreich, wie etwa das heute als Hotel genützte Arbeiterwohnheim Favoriten (Laxenburger Straße 8-10, Wien 4). In den 1920er- und 1930er-Jahren war Gessner einer der wichtigsten Architekten des Wiener Wohnbaus.

Zahlreiche Majolikatafeln (Keramiken) schmücken die Torbögen der Wohnhausanlage. Sie fügen sich in Farbe und Form dem Gesamtbauwerk ein und stellen verschiedene Handwerksberufe symbolhaft dar.

Ein Beispiel für die ursprünglich zahlreich geplanten Steinplastiken, deren Anzahl aus Kostengründen reduziert werden musste, zeigt am Eingang zum Kindergarten "spielende Kinder".

Dokumente