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Richard-Wadani-Hof

Hof-Informationen Richard-Wadani-Hof

Detailinformationen

Richard-Wadani-Hof

Adresse

Kaiser-Ebersdorfer Straße 12, 1110 Wien

Kaiser-Ebersdorfer Straße 12, 1110 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1979 - 1981

Anzahl an Wohnungen

45

Architekt*in

Walter Muchar

Wohnungen

45

Waschküchen

2

Stiegen

5

Lokale

4

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Nein

Werkstatt

Nein

Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Benannt ist der Straßenzug nach dem ehemaligen Vorort Kaiser-Ebersdorf, der erstmals 1108/25 urkundlich Erwähnung fand und 1890 gemeinsam mit Simmering und Teilen von Schwechat, Kledering und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.

Richard Wadani wurde am 11. Oktober 1922 in Prag geboren und wuchs dort in einer aus Österreich stammenden Familie auf. Schon früh sympathisierte er mit der kommunistischen Bewegung und trat 1935 dem Kommunistischen Jugendverband in der Tschechoslowakei bei. 1938 musste die Familie zurück nach Wien, ab 1939 diente er in der Wehrmacht. Das Ende des Krieges erlebte er als Mitglied einer tschechoslowakischen Einheit der Alliierten in England. Zurück in Wien arbeitete Richard Wadani als Chauffeur, später als Sportlehrer und war Bundestrainer im Österreichischen Volleyballverband. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei, trat 1970 allerdings nach der Zerschlagung des „Prager Frühlings“ aus. Sein Engagement mündete 2002 in die Gründung des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“. Er kämpfte um Anerkennung und Rehabilitation für oft auch als „Verräter“ oder „Feiglinge“ denunzierte Kriegsdienstverweigerer und Wehrmachtsdeserteure. Richard Wadani wurde unter anderem mit dem Ehrenzeichen der Republik Österreich für Verdienste um die Befreiung Österreichs ausgezeichnet und erhielt gemeinsam mit seiner Frau Linde den Menschenrechtspreis der Österreichischen Liga für Menschenrechte. Er starb am 19. April 2020 in Wien.

Die Wohnhausanlage wurde unmittelbar unter der Laurenzkirche erbaut. Nordwestlich von ihr, im Bereich der heutigen Kobelgasse, liegt der älteste Siedlungskern Simmerings. Von dort entwickelte sich die Ansiedlung zu einem kleinen, 1028 erstmals urkundlich genannten Ort entlang der heutigen Mautner-Markhof-Gasse (ursprünglich Dorfgasse). Auch das Grundstück, auf dem das Wohnhaus steht, war bereits früh verbaut. Ähnlich wie heute noch in der Mautner-Markhof-Gasse stand hier eine Reihe von kleinen Hofanlagen. Bis in die 1960er-Jahre war das Gebiet entlang der Kaiser-Ebersdorfer Straße von Nutzgärten geprägt. Erst die Errichtung einiger großer Wohnhausanlagen urbanisierte diesen Bezirksteil und band ihn enger an das Stadtzentrum an.

Architektur und Kunst

Die Wohnhausanlage besteht aus vier fünfgeschoßigen Häusern mit ausgebauten Dachgeschoßen, die dem gekrümmten Straßenverlauf und dem Geländeanstieg folgend geknickt und höhenversetzt zueinander angelegt sind. Die einzelnen Häuser werden durch vier bzw. sechs symmetrisch angeordnete Fensterachsen und die mittig gelegenen Stiegenhaustürme gegliedert. Optisch zusammengehalten wird der Häuserkomplex durch die farblich einheitlich gestaltete Sockelzone, die sich über das gesamte Erdgeschoß erstreckt und zum Teil als Geschäftszone ausgebildet ist. Die Eingänge und Schaufenster sind markant grün gefärbt, während die Fenster der Wohnräume mit unauffälligen, weißen Rahmen scharf in die glatte Putzfassade eingesetzt sind. Auch die mit Schlitzfenstern auffallend gestalteten, beinahe kubistisch anmutenden Stiegenhausvorbauten heben sich farblich ab. An der Hoffront wachsen massive, eng aneinander liegende Loggienachsen empor, die sich zu einer zweiten Fassadenschicht zusammenfügen. Die begrünten Blumenwannen an den Loggien schwächen die dominierenden harten, kantigen Formen der Wohnhausanlage etwas ab.

Walter Muchar - Walter Muchar (1918-2005) studierte ab 1942 bei Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach seinen Plänen wurden von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre mehrere Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien errichtet, wie etwa die Wohnhäuser Erdbergstraße 36 in Wien 3 (1977-1979) und Kaiser-Ebersdorfer Straße 12-18 in Wien 11 (1979-1981).

Dokumente