Detailinformationen
Adresse
Troststraße 21-37, 1100 Wien
Troststraße 21-37, 1100 Wien
Columbusgasse 111-117, 1100 Wien
Ettenreichgasse 46, 1100 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1939 - 1942
Anzahl an Wohnungen
146
Architekt*in
Walter Pind
Wohnungen |
146 |
|---|---|
Waschküchen |
2 |
Stiegen |
16 |
Lokale |
19 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
1938 wurde der Nationalsozialist Hermann Neubacher aus dem Bauressort Wiener Bürgermeister. Die nationalsozialistischen Stadtplaner wälzten pompöse Ideen und Pläne - in erster Linie Propagandamaßnahmen. Die systematische Zerstörung jüdischen Eigentums und Enteignungen - auch von Gemeindewohnungen - waren Teil dieser Stadtplanung. Während einige Architekten ihre Lizenz verloren, wurden andere mit der Errichtung von Volkswohnhäusern, Kasernen und Rüstungsbauten beauftragt. Entgegen den anfänglichen Plänen wurde mehr in Kriegsbauten als in den Wohnbau investiert - die heute noch existierenden Flaktürme wurden errichtet. Ab 1941 wurde die Bautätigkeit kriegsbedingt größtenteils eingestellt und die Strukturen der Stadtplanung wurden aufgelöst. Die Zerstörung großer Teile Wiens war Folge des Krieges.
Die Troststraße trägt ihren Namen seit 1894 (vorher hieß sie Marxergasse und Schaumburgerstraße) und wurde nach dem Fleischhauer und Hausbesitzer Martin Trost (1831-1893) benannt. Der gebürtige Bayer gehörte der Liberalen Partei an und war einer der ersten Wiener Gemeinderäte aus Favoriten, 1873-1893, und Vorsitzender des Favoritner Ortsschulrates.
An der gerade verlaufenden Troststraße, einer wichtigen West-Ost-Achse im Bezirk Favoriten, befanden sich vor dem Zweiten Weltkrieg im Teil nördlich der Laxenburger Straße viele Gärten und Kleingartenanlagen. Das Areal, das 1938 mit einer Wohnanlage aus Kleinwohnungen verbaut wurde, war davor im Besitz der Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft Steyr-Daimler-Puch gewesen. Bereits während der Bauzeit wurden im Keller Luftschutzräume eingerichtet, die erst 1958 in Einzelabteile umgewandelt wurden. Die Stiegen 6 und 7 wurden durch einen Bombentreffer zerstört und sind 1951 wieder aufgebaut worden.
Von 2016 bis 2020.
Die Modernisierung der Wohnhausanlage umfasste Maßnahmen zur Energieeffizienz und Gebäudeverbesserung. Dazu gehörten Wärmedämmung, neue Fenster und die Neuherstellung von Dach und Fassadenverblechung. Außerdem wurden Gehwege, Grünanlagen und Wasserleitungen erneuert sowie Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Die Schaffung zenraler Montageplätze für SAT-Anlagen und überdachte Müllplätze komplettieren die Modernisierung.
Architektur und Kunst
Die Wohnanlage entstand auf einem rechteckigen Grundstück an der Troststraße, begrenzt von Ettenreichgasse und Columbusgasse. Sie besteht aus einem dreiflügeligen Gebäudekomplex mit insgesamt 14 Stiegen in geschlossener Blockrandverbauung an der Troststraße und einem quer gesetzten frei stehenden Riegelbau im parkartig begrünten Hofbereich. Die Wohnhäuser zeigen eine einheitliche Bauhöhe von vier Geschoßen mit Walmdächern. Wie im zeitgleichen Wohnbau häufig zu beobachten, sind die Stiegenhaustrakte durch bauliche Details wie kastenartig vortretende Bauteile oder stufenartig versetzte Fenster am Außenbau kenntlich gemacht. Die einfache Fassadengliederung ergibt sich aus gleichförmiger Fensteraufteilung und schmalen, farblich abgesetzten Profilfaschen um die Fenster. Die Zugänge zu den einzelnen Stiegenhäusern können sowohl von der Straße als auch von der Hofseite betreten werden.
Walter Pind - Walter Pind (1903-1944) studierte nach dem Besuch der Staatsgewerbeschule an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Peter Behrens. Für seine Entwürfe erhielt er bereits als Student mehrere Preise. Als beamteter Architekt war er in der Abteilung Hochbau bei der Gemeinde Wien und später im Stadtbauamt tätig. Neben Wohnbauten plante er auch Industriebauten sowie öffentliche Gebäude. Pind fiel 1944 in der Nähe von Budapest.