Detailinformationen
Adresse
Erlachgasse 53-57, 1100 Wien
Erlachgasse 53-57, 1100 Wien
Mundygasse 2-10, 1100 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1938 - 1938
Anzahl an Wohnungen
94
Architekt*in
Franz Wiesmann
Wohnungen |
94 |
|---|---|
Waschküchen |
2 |
Stiegen |
8 |
Lokale |
8 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Zu Beginn der 1930er-Jahre wurde der kommunale Wohnungsbau durch die zunehmend schlechte Wirtschaftslage massiv eingeschränkt. Um für die arbeitslose Bevölkerung trotzdem Wohnraum und Beschäftigung schaffen zu können, ging die Stadt dazu über, am Stadtrand liegendes Bauland zu erschließen und so genannte "Erwerbslosensiedlungen" zur Verfügung zu stellen. Die Siedlungshäuser wurden von den späteren Bewohnern nach einem vorgegebenen Bebauungsplan selbst errichtet. Durch die Ausschaltung des Parlaments und die Einführung einer autoritären ständestaatlichen Verfassung verlor Wien 1934 den Status eines eigenen Bundeslandes. Der Wohnbau kam so gut wie zum Erliegen, und die Arbeitslosigkeit stieg weiter. Der wachsenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung versuchte die Stadt entgegenzuwirken, indem sie Bauland zur Gründung autarker Wohneinheiten bereitstellte und so die Bewohner aus dem Elend der traditionellen Arbeiterbezirke an den grünen Stadtrand absiedelte.
Die Gasse ist seit 1875 nach Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723) benannt. Der Barockarchitekt war vorwiegend in Wien und Salzburg tätig. Nach seinen Plänen entstanden unter anderem die Karlskirche in Wien 4, die Hofbibliothek (heute Österreichische Nationalbibliothek) in Wien 1 sowie die Kollegienkirche in Salzburg.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Favoriten noch weitgehend unverbaut. Die städtebauliche Entwicklung begann hier erst mit der Errichtung des Arsenals (1849 - 1856), des Südbahnhofes (1867 - 1870) und der Bautätigkeit an der Ringstraße, wodurch die in Favoriten ansässigen Ziegelfabriken großen Aufschwung erhielten. Die günstige Verkehrsanbindung durch den neuen Südbahnhof hatte zudem die Ansiedlung zahlreicher Betriebe zur Folge. Um Wohnraum für die zugezogenen Arbeiter zu schaffen, wurde das Gebiet bis zur Quellenstraße nach einem Rasterplan mit meist viergeschoßigen Zinshausblöcken verbaut. Nach dem Börsenkrach 1873 stagnierte allerdings die Bautätigkeit. Ab 1890 kam es durch die Ansiedlung von mittelgroßen Fabriken entlang der Quellenstraße, wie etwa der nahe liegenden Ankerbrot-Fabrik (1892), zu einem neuerlichen Wachstum. In der Zwischenkriegszeit wurden die noch unverbauten Flächen mit großzügigen Gemeindewohnbauten geschlossen.
Architektur und Kunst
Die Wohnhausanlage erstreckt sich in Blockrandverbauung von der Mundygasse über die Steudelgasse in die Erlachgasse. In der Mundygasse schließt das Wohnhaus mit einem fünf Geschoße umfassenden Bauteil an das Nachbargebäude an. Hier befindet sich auch ein markant gerahmter Durchgang zum Innenhof, von wo aus die acht Stiegenhäuser erschlossen werden. Die Fenster der Eingangsachse sind schlicht in die glatte Putzfassade eingeschnitten, die übrigen Fenster sind durch Sohlbankgesimse und Nuten zusammengefasst. Der anschließende, um ein Geschoß niedrigere Baukörper wird durch einen zweiachsigen Rücksprung gebrochen. Eine einspringende, mit Balkonen besetzte Ecke leitet zur symmetrisch angelegten Hauptfront über, die auf eine kleine Parkanlage an der Steudelgasse ausgerichtet ist. Die schlichte Front zur Erlachgasse wird in erster Linie durch die versetzten Fenster strukturiert. Dem fünf Geschoße umfassenden Bauteil wurde hier nachträglich ein Aufzugsturm vorgelagert. Vor- und Rücksprünge sorgen an diesem Gebäude für eine plastischere Gestaltung der Hoffronten, an denen kleine Rundfenster über den Eingängen und quadratische Lüftungsöffnungen dekorative Akzente setzen. Auch die nach außen hin geschlossene Walmdachsilhouette wird an der Hofseite durch schlichte Dachausbauten aufgebrochen.
Franz Wiesmann - Franz Wiesmann (1888-1959) studierte von 1907 bis 1913 an der Technischen Universität Wien. Nachdem er eine kurze Zeitspanne als freier Architekt in Baden tätig gewesen war, erhielt er 1914 eine Anstellung am Wiener Stadtbauamt und gehörte diesem bis zu seiner Pensionierung an. Zahlreiche Wohnhausanlagen der Zwischenkriegszeit entstanden nach seinen Plänen.
An den Hauskanten befinden sich die von Theodor Igler geschaffenen Plastiken "Flötenspieler" und "Dudelsackpfeifer" (1953/54).