Detailinformationen
Adresse
Kudlichgasse 35, 1100 Wien
Kudlichgasse 35, 1100 Wien
Steudelgasse 40, 1100 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1930 - 1931
Anzahl an Wohnungen
41
Architekt*in
Karl Dorfmeister
Wohnungen |
41 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
2 |
Lokale |
2 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Kudlichgasse, benannt nach dem Reichtagsabgeordneten Hans Kudlich (1823 - 1917), existiert seit 1872. Kudlich entstammte einer wohlhabenden Bauernfamilie und studierte Philosophie und Rechtswissenschaften in Wien. Während des Oktoberaufstands 1848 versuchte er eine bäuerliche Volkserhebung gegen Feldmarschall Windischgrätz zu organisieren und leitete die endgültige Bauernbefreiung ein. Nach der Auflösung des Reichrats floh er nach Deutschland und studierte ein Jahr später in Zürich (Dr. med. 1853). Aus der Schweiz ausgewiesen, emigrierte Kudlich in die USA, wo er als Arzt praktizierte und sich gegen Sklaverei einsetzte. 1854 wurde er wegen seiner Rolle im Oktoberaufstand in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
Die Wohnhausanlage in der Kudlichgasse mit zwei Stiegen und ehemals 44 Wohneinheiten, die Karl Dorfmeister in Eigenregie entwarf, schloss mit ihrer nüchternen Erscheinung die ehemals leer stehende, kleine Parzelle blockartig. Während des Zweiten Weltkrieges - im letzten Kriegsjahr war Favoriten besonders häufig Ziel von Bombenangriffen - wurde auch der Gemeindebau schwer beschädigt und nach 1955 wieder instand gesetzt.
Von 2020 bis 2021.
Die Sanierung der Wohnhausanlage umfasste die Dämmung der obersten Geschossdecke sowie des nicht-ausgebauten Dachbodens, die teilweise Erneuerung der Dachdeckung und Verstärkung der Dachstuhlkonstruktion. Des Weiteren wurden Keller- und Deckendämmung durchgeführt, SAT-Halterungen installiert, Blitzschutz errichtet sowie Türen und Fenster erneuert. Außerdem wurden Rauchabzugsanlagen eingebaut, Elektro- und Gasschächte saniert, sowie rechtssichere Gebäudeanpassung vorgenommen.
Architektur und Kunst
Die fünfgeschoßige Eckverbauung ist klassisch dreigeteilt in eine Sockel-, Mittel- und Dachzone, das sehr flach geneigte, leicht abgewalmte Satteldach bleibt von der Straße aus fast unsichtbar und verleiht dem Bau eine strenge, kubische Wirkung. Der blockartige Eindruck wird durch die markante Nutung der Gebäudeecke in den oberen Geschoßen und die durchgehenden Gitterbalkone im obersten Stockwerk noch verstärkt. Ein schmales, durchgehendes Gesimsband, das den Übergang von der Erdgeschoßzone zu den Hauptgeschoßen markiert, betont zudem die Horizontale. Die verschiedenformatigen Maueröffnungen sind tief eingeschnitten und wirken durch ihre Schlichtheit in der massigen Einheit etwas isoliert, über den Eingang in der Kudlichgasse wird der trapezförmige Hof betreten, von hier aus sind beide Stiegenhäuser erschlossen. An der Hoffassade der Kudlichgasse reihen sich Gitterbalkone nach oben und bieten Blick auf die begrünte Hofanlage.
Karl Dorfmeister - Karl Dorfmeister (1876-1955) schloss 1903 sein Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner mit dem begehrten Rompreis ab. Bautätigkeiten sind erst ab der Zwischenkriegszeit bekannt. Dorfmeister realisierte drei Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien, zwei davon gemeinsam mit Rudolf Frass und Rudolf Perco.