Detailinformationen
Adresse
Hasengasse 35-41, 1100 Wien
Hasengasse 35-41, 1100 Wien
Herzgasse 4, 1100 Wien
Neilreichgasse 1a, 1100 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1926 - 1927
Anzahl an Wohnungen
172
Architekt*in
Georg Rupprecht
Wohnungen |
172 |
|---|---|
Waschküchen |
3 |
Stiegen |
8 |
Lokale |
5 |
Fahrradbox |
Ja |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 3 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die 1862 erfolgte Benennung der Hasenstraße erinnert an die Hasenjagden, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in dieser Gegend stattfanden.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Favoriten noch weitgehend unverbaut. Die städtebauliche Entwicklung begann hier erst mit der Errichtung des Arsenals (1849 - 1856), des Südbahnhofes (1867 - 1870) und der Bautätigkeit an der Ringstraße, wodurch die in Favoriten ansässigen Ziegelfabriken großen Aufschwung erhielten. Die günstige Verkehrsanbindung durch den neuen Südbahnhof hatte zudem die Ansiedlung zahlreicher Betriebe zur Folge. Um Wohnraum für die zugezogenen Arbeiter zu schaffen, wurde das Gebiet bis zur Quellenstraße nach einem Rasterplan mit meist viergeschoßigen Zinshausblöcken verbaut. Die noch bestehenden Baulücken wurden in der Zwischenkriegszeit mit Gemeindewohnhöfen geschlossen.
Eine Gedenktafel an einer der Fassaden erinnert an drei Opfer des Widerstandes: Franz Kalis (1899-1943), Karl Krivanek (1903-1943) und Johann Sokopp (1913-1944) wurden in den Jahren 1943 und 1944 hingerichtet.
Architektur und Kunst
Die Wohnhausanlage erstreckt sich von der Neilreichgasse über die Hasengasse in die Herzgasse. Die geschlossene Blockrandverbauung wird durch einen offenen Straßenhof aufgebrochen, der durch eine niedrige Pergola von der Hasengasse abgegrenzt ist. Dahinter erhebt sich der sechs Hauptgeschoße umfassende und zur Seite hin abgestufte Hoftrakt. Im Gegensatz zum rau und dunkel gestalteten Erdgeschoß ist die Fassade hell und glatt verputzt. Bestimmendes Gestaltungsmoment sind die grauen Gesimsbänder, mit denen die Fensterreihen eingefasst sind. Die in den Ecken liegenden Stiegenhausfenster werden durch massive Rahmungen besonders hervorgehoben. Das abschließende Dachgesims wird zur Mitte hin hochgezogen und macht Platz für eine Reihe kleiner Fenster des Dachgeschoßes. Zum schmalen Hinterhof hin sind die Wohnungen zum Teil mit Balkonen ausgestattet. Den Stiegenhäusern wurden hier Aufzugstürme vorgelagert. Auch die etwas niedrigeren Seitenflügel werden in erster Linie durch Gesimse unter besonderer Betonung der Eckpartien gestaltet. Bemerkenswert sind hier die heruntergezogenen Dachgesimse, die diese Bauteile noch niedriger erscheinen lassen. Sowohl in der Herzgasse als auch in der Neilreichgasse erheben sich darüber breite Dachausbauten.
Georg Rupprecht - Georg Rupprecht (1891-1940) studierte ab 1909 an der Technischen Hochschule Wien. Aufgrund des Kriegsdienstes konnte er das Studium allerdings erst 1918 abschließen. Ab 1923 widmete er sich als selbständiger Architekt unterschiedlichsten Bauaufgaben. So wurden nach seinen Entwürfen Villen in Rom, Salzburg und in Zoppot bei Danzig (heute Polen) errichtet. In Wien plante er vor allem Geschäftslokale und Kaffeehäuser, unter anderem auch die Bar im Hotel Bristol. Seine wichtigsten Bauten für die Gemeinde Wien sind der Franz-Silberer-Hof in Wien 3 und der Karl-Leuthner-Hof in Wien 6.