Detailinformationen
Adresse
Simon-Denk-Gasse 4-6, 1090 Wien
Simon-Denk-Gasse 4-6, 1090 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1960 - 1961
Anzahl an Wohnungen
32
Architekt*in
Heinrich Reitstätter
Wohnungen |
32 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
2 |
Lokale |
1 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.
Seit 1862 trägt die Gasse den vollen Namen des bedeutenden Grundrichters Simon Denk (1630 bis 1721); vorher wurde sie lediglich Simongasse genannt. Denk war in dieser Gegend tätig, die damals noch Vorstadt war und als solche die Bezeichnung Althan führte. Außerdem besaß er hier den Simon-Denk-Hof, auf dessen Areal Gemüse angebaut wurde. Seine Liegenschaft wurde 1811 parzelliert und verbaut.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Anhebung eines großräumigen Areals im Alsergrund, in welchem sich der hier besprochene Wohnbau befindet, beschlossen. Diese Maßnahme sollte einer stetig drohenden Überschwemmung des Gebiets durch den Alserbach entgegenwirken. Demgemäß wurden ab diesem Zeitpunkt sämtliche Neubauten in "provisorischer Höhenlage" errichtet. Dabei musste das Erdgeschoß als zukünftiges Kellergeschoß mit hoch liegenden Kellerfenstern konzipiert werden, was den Einbau von Geschäftslokalen im Allgemeinen obsolet machte. Erst in den 1970er-Jahren, nach Intervention durch das Ordinariat, welches eine Tieflegung seiner Pfarrkirche nicht dulden wollte, wurde die entsprechende Verordnung wieder aufgehoben und der Alserbachkanal stattdessen mit besonders starken Vorflutern versehen. Zur Ausführung der geplanten Bodennivellierung kam es nur in den wenigsten Fällen.
Architektur und Kunst
Das Gemeindewohnhaus in der Simon-Denk-Gasse 4 - 6 ist laut Plan in "provisorischer Höhenlage" erstellt worden; das bestehende Straßenniveau, das stadtauswärts abfällt, hätte in die Waagrechte ausgeglichen und bis zu 1,48 Meter angehoben werden sollen. Aus diesem Grund verfügt das Gebäude über ein entsprechendes, kellerartig ausgeformtes Erdgeschoß, in dem die Parteienkeller untergebracht sind. Ein Großteil des ersten Obergeschoßes wurde als Bibliothek gestaltet und der zugehörige Fassadenpart mit großen Schaufenstern versehen; das Entree hierzu war ebenerdig geplant. Da jedoch die "Herstellung der endgültigen Höhenlage" und die damit verbundene Bodennivellierung ausblieben, erreicht man die Eingangstür über eine kleine Vortreppe und die Schaufenster bleiben von der Straße aus nicht direkt einsehbar. Die zwei Stiegenhäuser liegen hofseitig, sodass der Baukörper über den bereits aufgeschütteten Innenhof erschlossen wird.
Die an und für sich regelmäßig gerasterte Straßenfassade wird durch acht Mosaikplatten und fünf Erker - sie erstrecken sich über alle vier Regelgeschoße und treten um wenige Zentimeter in den öffentlichen Straßenraum - strukturiert. Die durchwegs dreiflügeligen Fenster sind glatt in den Putz eingeschnitten. Die Sockelzone ist in der Farbgebung etwas dunkler gehalten.
Heinrich Reitstätter - Heinrich Reitstätter (1903-1971) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien. In Wien realisierte er auch den Großteil seiner Wohnbauprojekte, darunter die kommunale Wohnhausanlage in der Pfeilgasse 10-12, Wien 8. In Salzburg zeichnete er für die Bauleitung des "Hotel Europa" verantwortlich (Pläne von Josef Bevcar). Zudem plante er den Umbau einiger Filialen der Creditanstalt-Bankverein AG in Salzburg und Wien.
Die Mosaikdekoration der Fassade - acht quadratische Motivplatten, die jeweils zwischen zwei Fensterachsen angebracht sind - trägt den Titel: "Ornamente" und stammt aus der Werkstatt von Maria Szeni. Das Kunstwerk wurde zeitgleich mit der Erbauung der Wohnungsanlage, also in den Jahren 1960 - 1961, geschaffen und angebracht.