Detailinformationen
Adresse
D'Orsay-Gasse 3-5, 1090 Wien
D'Orsay-Gasse 3-5, 1090 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1927 - 1928
Anzahl an Wohnungen
49
Architekt*in
Leo Kammel sen.
Wohnungen |
49 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
4 |
Lokale |
5 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die D'Orsay-Gasse wurde 1847 nach Dominika Gräfin d'Orsay von Grimaus (1789-1847) benannt. Sie war die Bauherrin der ersten Häuser in der Gasse.
Das Haus schließt an den beinahe zeitgleich errichteten Gemeindebau Müllnergasse 20 an. Die beiden Gebäude werden durch einen gemeinsamen Innenhof verbunden, in dem es alte Bäume und einen Kinderspielplatz gibt. Im Dachgeschoß der vorschwingenden straßenseitigen Gebäudeteile waren ursprünglich zwei Ateliers vorgesehen, die jedoch später in Wohnungen umgewandelt wurden. Es handelt sich um die zweite Wohnhausanlage, die Leo Kammel im Auftrag der Stadt Wien errichtete; eine beträchtliche Anzahl weiterer Gemeindebauten sollte folgen. Das Haus steht unter Denkmalschutz.
Von 2014 bis 2017.
Die Wohnhausanlage wurde umfassend modernisiert, darunter Dacharbeiten mit Dämmung und Abdichtung. Die Errichtung der SAT-Anlagen und der E-Installation verbessert die technische Ausstattung. Dachboden- und Kellerdeckendämmung tragen zur Energieeffizienz bei, das eine Reduzierung des Heizwärmebedarfs von 76% erbracht hat. Die Erneuerung von Wohnungseinganstüren, Fenster und Balkontüren verbessert unter anderem auch die Sicherheit.
Architektur und Kunst
An der Stelle zweier Vorgängerbauten wurde hier ein Gebäude errichtet, das aus einem Gassentrakt, zwei den Innenhof entlang der Nachbargebäude begrenzenden Bauteilen und einem Quertrakt im Hof besteht. Die lange Straßenfront ist symmetrisch aufgebaut, in der Mitte der Fassade verläuft das verglaste Stiegenhaus, dessen Fenster über dem Erdgeschoß ansetzen und bis unter das Dach durchlaufen. Während das Erdgeschoß streng gerade entlang der Baulinie verläuft, wurde die Fassade der Obergeschoße mehrfach zurückgestuft; durch die geschwungene Mittelpartie wirkt sie sehr bewegt. Auch die Hoffassade erscheint äußerst lebhaft durch den rhythmischen Wechsel von polygonalen und kubischen Elementen, insbesondere der Balkone oder Loggien. An diesem expressiven Pathos zeigt sich der Einfluss der tschechischen kubistischen Architektur, der Kammel nahestand.
Leo Kammel sen. - Leo Kammel sen. (1885-1948) studierte in Prag, unter anderem bei Jan Kotera, und ließ sich kurz vor dem Ersten Weltkrieg in Wien nieder. Hier entstand ein Großteil seiner zunächst noch kubistisch geprägten Bauten, insbesondere für das Rote Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er am Wiederaufbau des Volkstheaters beteiligt, in dem er 1938 das sogenannte "Führerzimmer" einrichtete.