Detailinformationen
Adresse
Hermanngasse 9, 1070 Wien
Hermanngasse 9, 1070 Wien
Bandgasse 8, 1070 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1967 - 1967
Anzahl an Wohnungen
26
Architekt*in
Rudolf Münch
Wohnungen |
26 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
2 |
Lokale |
5 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.
Der Gemeindebau selbst wurde im Gegensatz zu vielen anderen in Wien nicht benannt. Die Hermanngasse erhielt ihren Namen 1862 nach dem Schottenpriester und Kanzleidirektor des Wiener Schottenstiftes, Hermann Gaunersdorfer (1791-1844). Die Bandgasse hieß bis 1862 Herrengasse und wurde dann nach den hier angesiedelten Seidenbandfabriken benannt.
Im Haus "Zur blauen Weintraube", das ursprünglich an der Stelle des Gebäudes Bandgasse 8 stand, wohnte der Architekt Benedikt Henrici (1746-1799). Henrici erbaute den Turm der Stiftskirche in der Mariahilfer Straße, zusammen mit Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg realisierte er den Obeliskbrunnen in Schönbrunn.
Architektur und Kunst
Die Wohnhausanlage besteht aus zwei baugleichen, sechsgeschoßigen Baukörpern mit je 13 Wohnungen, je einem Lokal im Erd- sowie einem Atelier im Dachgeschoß. Die Straßenfassaden werden durch an den Seiten vorspringende, im fünften Geschoß durch einen Balkon abgeschlossene Baukörper dreigeteilt. Die Fassadenoberflächen selbst wurden nicht gestaltet, bis auf die Inschrift der Gemeinde Wien am mittleren Baukörper wurde auf die "klassischen" Insignien des Wiener Gemeindebaus wie "Kunst am Bau" verzichtet. Im über die Hermanngasse befahrbaren Hof befinden sich Parkplätze für sieben Pkw.
Untypisch für eine Lückenverbauung im Straßenverband, verfügt der von Rudolf Münch geplante Gemeindebau über zwei Adressen: Hermanngasse 9 und Bandgasse 8. Zwei baugleiche, sechsgeschoßige Gebäude mit je 13 Wohnungen sind durch einen über die Hermanngasse befahrbaren Hof mit Parkplätzen für sieben Pkw miteinander verbunden. Die Straßenfassaden werden durch zwei links und rechts vorspringende Baukörper in drei Teile gegliedert. Die Hoffassaden zeigen dieselbe Teilung, allerdings springt hier der mittlere Baukörper vor. Auf eine weitere Differenzierung der Fassaden wurde bewusst verzichtet. In den Erdgeschoßen befinden sich Geschäftslokale, die Dachgeschoße wurden zu Ateliers ausgebaut.
Rudolf Münch - Rudolf Münch (1922-1994) studierte an der Wiener Akademie für angewandte Kunst, wo er die Meisterklasse von Franz Schuster besuchte. Er war vorübergehend im Atelier von Alvar Aalto in Berlin beschäftigt, bevor sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Wien als Architekt selbständig machte. Vor allem Wohnhausanlagen in Wien und Salzburg entstanden nach seinen Plänen bzw. in Arbeitsgemeinschaften. Sein letztes Projekt war das in einer großen Arbeitsgemeinschaft entwickelte Sozialmedizinische Zentrum Wien-Ost (Langobardenstraße 122, Wien 22, 1975-1981).