Detailinformationen
Adresse
Neustiftgasse 14, 1070 Wien
Neustiftgasse 14, 1070 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1937 - 1938
Anzahl an Wohnungen
17
Architekt*in
Otto Nadel
Wohnungen |
17 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
2 |
Lokale |
4 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Zu Beginn der 1930er-Jahre wurde der kommunale Wohnungsbau durch die zunehmend schlechte Wirtschaftslage massiv eingeschränkt. Um für die arbeitslose Bevölkerung trotzdem Wohnraum und Beschäftigung schaffen zu können, ging die Stadt dazu über, am Stadtrand liegendes Bauland zu erschließen und so genannte "Erwerbslosensiedlungen" zur Verfügung zu stellen. Die Siedlungshäuser wurden von den späteren Bewohnern nach einem vorgegebenen Bebauungsplan selbst errichtet. Durch die Ausschaltung des Parlaments und die Einführung einer autoritären ständestaatlichen Verfassung verlor Wien 1934 den Status eines eigenen Bundeslandes. Der Wohnbau kam so gut wie zum Erliegen, und die Arbeitslosigkeit stieg weiter. Der wachsenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung versuchte die Stadt entgegenzuwirken, indem sie Bauland zur Gründung autarker Wohneinheiten bereitstellte und so die Bewohner aus dem Elend der traditionellen Arbeiterbezirke an den grünen Stadtrand absiedelte.
Die Neustiftgasse ist einer der ältesten Straßenzüge des Bezirkes. Seit 1862 ist er nach dem ehemalige Ort Neustift benannt, der bereits 1315 urkundlich Erwähnung fand.
Der untere Teil der heutigen Neustiftgasse gehörte früher zur Vorstadt St. Ulrich, benannt nach der gleichnamigen Kapelle, die dem heutigen St.-Ulrichs-Platz ihren Namen gab. In St. Ulrich stehen 368 Häuser, wobei der Großteil davon aus der Zeit vor 1919 stammt. Lediglich zwei Häuser wurden nach dem "Anschluss" in den Jahren 1938 bis 1940 errichtet. Eines der beiden ist der Gemeindebau in der Neustiftgasse 14, das andere, bereits 1937 geplante städtische Wohnhaus befindet sich in der Mondscheingasse 9.
Das ebenerdige Lokal links vom Hauseingang beherbergte ehemals einen Friseurmeisterladen; heute ist hier ein Tabakgeschäft untergebracht.
Architektur und Kunst
Die kleine Baulücke wurde durch ein sechsgeschoßiges Gebäude samt frei stehendem Innentrakt an der Neustiftgasse geschlossen. Durch eine seitlich platzierte Holztür mit Gitterelementen gelangt man in das schmale Stiegenhaus. Am Ende des Flurs führt eine Treppe, die das abschüssige Terrain des Grundstücks ausgleicht, zum einfach gestalteten Innenhof. Im Erdgeschoß des Straßentraktes befinden sich Geschäftsräume, im Erdgeschoß der Stiege 2 gab es ursprünglich zwei Lagerräume.
In Aufbau und Ausführung der Fassaden entspricht das Wohnhaus im Wesentlichen der nüchternen und sachlichen Bauweise Ende der 1930-Jahre: Die Fassaden sind gleichmäßig gestaltet und kommen ohne Profilierung oder schmückenden Zierrat im Mauerwerk aus. Der Erdgeschoßsockel mit abschließendem Gesims und das Hauptgesims im Tragebereich betonen die Klarheit der Strukturen. Charakteristisch sind auch die dreiteiligen, in Kunststein gefassten Kastenfenster sowie die schlichte, einfarbige Putzfassade.
Otto Nadel - Otto Nadel (1894-1970) studierte von 1919 bis 1922 an der TH Wien. Bereits ab 1920 bis 1940 war er für das Stadtbauamt tätig. In dieser Zeit entstanden nach seinen Plänen mehrere Wohnhausanlagen und sein wohl bedeutendstes Werk, das Amalienbad in Wien 10 (zusammen mit Karl Schmalhofer). Noch nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1963 war Otto Nadel als selbständiger Architekt tätig und entwarf Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien.