Detailinformationen
Adresse
Bernardgasse 38, 1070 Wien
Bernardgasse 38, 1070 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1925 - 1926
Anzahl an Wohnungen
21
Architekt*in
Leo Kammel sen.
Wohnungen |
21 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
2 |
Lokale |
4 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Bernardgasse ist nach Franz Alois Bernard (1791 bis 1851) benannt. Er war Mitglied des äußeren Rates und Erbauer der "Zollerschule" (Schulstiftung für arme Kinder).
Das unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus bildet einen günstigen städteräumlichen Abschluss der in die Bernardgasse mündenden Wimbergergasse. Es umfasste ursprünglich 30 Wohnungen, zwei Waschküchen und drei Trockenböden. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoß des hofseitigen Wohntraktes wurden der "Straßensäuberung" zugewiesen; noch heute befindet sich dort ein Straßenpflegerdepot der MA 48.
Architektur und Kunst
Die bürgerliche Baukultur des 7. Bezirks veranlasste den Architekten Leo Kammel, ein Fassadenthema der Vorkriegszeit weiterzuführen. Unverkennbar sind die spätsezessionistischen Einflüsse, bezeichnend die strenge, gerade Linie der Architektur, die sich in allen Gestaltungselementen wiederfindet. Auffallend sind auch die vorgesetzten Sprossenfenster und die reichhaltig gegliederte Hauptfassade. Die Sockelzone setzt sich deutlich von den Obergeschoßen durch ein Gesims ab. Zwischen erstem und zweitem Geschoß schmücken riesige Puttenköpfe das Gebäude, Fahnenmasten zieren das Eingangstor. Durch einen Innenhof gelangt man in einen weiteren, frei stehenden Wohnhaustrakt.
Leo Kammel sen. - Leo Kammel sen. (1885-1948) studierte in Prag, unter anderem bei Jan Kotera, und ließ sich kurz vor dem Ersten Weltkrieg in Wien nieder. Hier entstand ein Großteil seiner zunächst noch kubistisch geprägten Bauten, insbesondere für das Rote Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er am Wiederaufbau des Volkstheaters beteiligt, in dem er 1938 das sogenannte "Führerzimmer" einrichtete.
Die Hauptfassade zieren vier Kinderkopf-Plastiken aus grauem Muschelkalkstein, die von dem Wiener Bildhauer Heinrich Krippel (geb. 1883) gestaltet wurden. Weitere sezessionistische Elemente wie Mauerknöpfe, Lisenen und Kannelüren runden das kunstvolle Erscheinungsbild des Wohnhauses ab.