Detailinformationen
Adresse
Bullgasse 1-11, 1100 Wien
Bullgasse 1-11, 1100 Wien
Undsetgasse 2-36, 1100 Wien
Undsetgasse 1-37, 1100 Wien
Bullgasse 2-24, 1100 Wien
Bullgasse 13-41, 1100 Wien
Bullgasse 11A, 1100 Wien
Munchgasse 2-34, 1100 Wien
Eddagasse 2-36, 1100 Wien
Munchgasse 25-41, 1100 Wien
Munchplatz 1-6, 1100 Wien
Kittelsengasse 1-27, 1100 Wien
Eddagasse 1-37, 1100 Wien
Munchgasse 1-7, 1100 Wien
Munthegasse 1-35, 1100 Wien
Munthegasse 2-36, 1100 Wien
Per-Albin-Hansson-Straße 130-142, 1100 Wien
Kittelsengasse 2-36, 1100 Wien
Per-Albin-Hansson-Straße 63-151, 1100 Wien
Sindinggasse 1-37, 1100 Wien
Sindinggasse 2-40, 1100 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1939 - 1942
Anzahl an Wohnungen
426
Architekt*in
Gemeinnützige Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft GESIBA
Wohnungen |
426 |
|---|---|
Waschküchen |
0 |
Stiegen |
304 |
Lokale |
16 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
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Geschichte
1938 wurde der Nationalsozialist Hermann Neubacher aus dem Bauressort Wiener Bürgermeister. Die nationalsozialistischen Stadtplaner wälzten pompöse Ideen und Pläne - in erster Linie Propagandamaßnahmen. Die systematische Zerstörung jüdischen Eigentums und Enteignungen - auch von Gemeindewohnungen - waren Teil dieser Stadtplanung. Während einige Architekten ihre Lizenz verloren, wurden andere mit der Errichtung von Volkswohnhäusern, Kasernen und Rüstungsbauten beauftragt. Entgegen den anfänglichen Plänen wurde mehr in Kriegsbauten als in den Wohnbau investiert - die heute noch existierenden Flaktürme wurden errichtet. Ab 1941 wurde die Bautätigkeit kriegsbedingt größtenteils eingestellt und die Strukturen der Stadtplanung wurden aufgelöst. Die Zerstörung großer Teile Wiens war Folge des Krieges.
Namensgeber der Siedlungen Wienerfeld-Ost und Wienerfeld-West ist das gleichnamige Wiener Feld (Wienerfeld), auf dessen weitläufigem Areal sich die beiden Siedlungen westlich und östlich der Laxenburger Straße erstrecken. Im Süden und Osten werden sie von der A23, im Westen vom Wienerberg begrenzt. In den 1955-Jahren wurden die damals noch namenlosen Verkehrsflächen nach berühmten Persönlichkeiten benannt: So gibt es neben der Bullgasse (nach dem norwegischen Violinvirtuosen Ole Bornemann Bull, 1810-1880) unter anderem eine Sindinggasse, die ihren Namen von dem Komponisten Christian August Sinding (1856-1941) erhielt.
Im Herbst 1938 feierte man die Fertigstellung der "Ersten nationalsozialistischen Siedlung der Ostmark", der "SA-Dankopfersiedlung Leopoldau", die bereits vor dem "Anschluss" nahezu vollendet war. 1939 schließlich stellte die Regierung ein umfangreiches Wohnbauprogramm vor. Auf dem Sektor des sozialen Wohnbaus erreichten die Nationalsozialisten ihre hochgesteckten Ziele jedoch nicht - allein für Wien war die Errichtung von knapp 80.000 neuen Wohnungen vorgesehen, bis Februar 1941 wurden aber kaum 2.000 realisiert.
Die größten neu entstandenen Siedlungen in dieser Zeit waren die Siedlungen Wienerfeld-West und -Ost im Süden Groß-Wiens mit rund 500 Wohnungen. Nördlich der Siedlung Wienerfeld-Ost entstand nach Plänen Edith Lessels, integriert in die Dauerkleingartensiedlung und östlich der in Bau befindlichen Wohnhausanlage an der damaligen Tolbuchinstraße 203-217, ein Kindergarten.
Architektur und Kunst
Der städtebauliche Entwurf mit einem Netz von Wohnstraßen, Wirtschaftswegen und Querverbindungen entspricht - wie sein gegenüberliegendes Pendant im Westen des Wienerfeldes - der Siedlertradition. Die Architektur ist schmucklos, ohne jegliche Verzierung, reduziert auf die Form. Das Haus sollte kein Repräsentationsobjekt, sondern Gebrauchsobjekt sein, mit möglichst wenigen Mitteln sollte eine möglichst große Wirkung erzielt werden. Wenngleich kaum Spuren nationalsozialistischen Gedankenguts zu finden sind, entsteht durch den Einsatz von Torbogendurchgängen zur Verbindung einzelner Häuserreihen der Eindruck einer wehrhaften Mauer, die ganz im Sinne der Architektur des Dritten Reiches steht.
Die Anlage umfasst über 30 Häuser mit heute 426 Wohnungen, die im Inneren wie im Äußeren ähnlich formstreng gestaltet sind. In ihrem Aufbau zweigeschoßig, kommen die Fassaden ohne nennenswerte Gliederung aus und sind durch eine gleichmäßige Reihung kleinformatiger Fensteröffnungen gekennzeichnet, einfachst verputzt und durch ebenso einfache Dächer gleicher Neigung bekrönt. Die weitläufige Anlage wird von einzelnen, liebevoll im Detail gestalteten Kleingärten entlang der Erschließungswege durchbrochen. In der Nähe der Laxenburger Straße öffnet sich ein Platz zur Anlage, der mit seinen Lokalitäten als Nahversorger und Treffpunkt für die Bewohner fungiert.
Gemeinnützige Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft GESIBA - Die GESIBA wurde im August 1921 als "Gemeinwirtschaftliche Siedlungs- und Baustoffanstalt" gegründet. An der Spitze standen der sozialdemokratische Politiker Dr. Julius Deutsch (1884-1968) als Präsident und Dr. Hermann Neubacher (1893-1960) als Generaldirektor. Ursprünglich waren die Republik Österreich, die Gemeinde Wien und der Österreichische Verband für Siedlungs- und Kleingartenwesen mit je einem Drittel an der Unternehmung beteiligt. Die GESIBA entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Einrichtungen der Wiener Gemeinwirtschaft. Die Gartenstadtbewegung war mit ihrem Wirken eng verbunden.
Die Künstlerin Elfriede Jarosch-Laudenbach war gleich mehrfach am Werk: Von ihr stammen die 17 Keramikbilder "Historische Darstellungen von der Steinzeit bis zur Gegenwart" am Josef-Enslein-Platz sowie Wanddekorationen mit den vier Jahreszeiten, die auch diesen Namen tragen.