Detailinformationen
Adresse
Schelleingasse 18-20, 1040 Wien
Schelleingasse 18-20, 1040 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1932 - 1933
Anzahl an Wohnungen
36
Architekt*in
Wilhelm Peterle
Wohnungen |
36 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
2 |
Lokale |
2 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Schelleingasse wurde 1891 nach dem Wiener Maler Carl Schellein (1820-1880) benannt und ist ein parallel zum Gürtel verlaufender, durch den Südtiroler Platz unterbrochener Straßenzug.
Die Schelleingasse wurde erst knapp vor 1900 angelegt, verläuft parallel zum Gürtel und wird durch den Südtiroler Platz unterbrochen. Der erste Abschnitt weist eine einheitlich späthistorische Zeilenverbauung auf, im Bereich des ehemaligen Gartenhauses des Palais Schönburg befinden sich Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien aus der Zwischenkriegszeit und der Nachkriegszeit. 1932 wurde eine Baulücke im Straßenverband mit diesem Volkswohnhaus geschlossen.
Architektur und Kunst
Die Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, erbaut 1932/33 vom Wiener Stadtbauamt nach Plänen des Architekten Wilhelm Peterle, wurde auf einer Baulücke in der zeilenartig verbauten Schelleingasse unweit des Südtiroler Platzes errichtet.
Das Gebäude besteht aus zwei Stiegen (Stiege 1: Schelleingasse 18, Stiege 2: Schelleingasse 20) und ist ein fünf- bis sechsgeschoßiger Baukörper über rechteckigem Grundriss mit flachem Zeltdach und hofseitig angebauten Stiegenhaustrakten. Der Bau wird an der Hauptfassade zur Schelleingasse durch eine hochgezogene Sockelzone mit symmetrisch angeordneten Portalen und einen wuchtigen, ab dem 2. Obergeschoß kastenartig vor die Bauflucht gesetzten Hauptteil mit betont einfach gehaltener Gliederung charakterisiert. Dieser reicht über vier Geschoße und fasst beide Stiegen durch mittig gesetzte Halbloggien in der Gesamtansicht zusammen. Die rhythmisierte Fensterausteilung mit dreiteiligen, in der Portalachse gekuppelten Sprossenfenstern betont den vortretenden Bauteil zusätzlich. Darüber liegen zurückversetzt im obersten Geschoß kleine Terrassen. Den Rechteckportalen der Sockelzone verleihen Granitrahmungen den Eindruck von Festigkeit. Die Sockelzone erscheint durch die die Eingänge unterhalb des Türsturzes flankierenden Reliefs aus dem gleichen Material aufgelockert. Zu beiden Seiten des Portales Nr. 20 ist je ein Geschäftslokal untergebracht.
Wilhelm Peterle - Der in Ried im Innkreis geborene Wilhelm Peterle (1893-1959) studierte zunächst an der Technischen Hochschule Graz, wechselte 1913 an die Technische Hochschule Wien, wo er 1921, nach geleistetem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, sein Studium abschloss. Peterle arbeitete zunächst im Atelier Simony, bis er eine Stelle im Wiener Stadtbauamt erhielt, wo er vor allem mit der Errichtung von Wohnhausanlagen befasst war. Als Anhänger der Gartenstadtbewegung plante er neben zahlreichen anderen Projekten für das Rote Wien die Großsiedlung "Am Tivoli" (Hohenbergstraße 3-21, Wien 12).
Insgesamt 4 Flachreliefs aus Granit mit zeittypischen, Wachstum symbolisierenden Kinderdarstellungen in Seitenansicht flankieren die beiden durch Stein gerahmten Portale (Künstler unbekannt). Portal Nr. 18: Kind mit Buch, Kind mit Blume; Portal Nr. 20: Kind mit stilisierten, vegetabilen Motiven.