Inhalte werden geladen ...

Alice-und-Heinrich-Scheuer-Hof

Hof-Informationen Alice-und-Heinrich-Scheuer-Hof

Detailinformationen

Alice-und-Heinrich-Scheuer-Hof

Adresse

Neulinggasse 39, 1030 Wien

Neulinggasse 39, 1030 Wien

Grimmelshausengasse 10, 1030 Wien

Salesianergasse 13, 1030 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1930 - 1931

Anzahl an Wohnungen

56

Architekt*in

Armand Weiser

Wohnungen

56

Waschküchen

0

Stiegen

4

Lokale

5

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Ja

Werkstatt

Nein

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Waschküchen.

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Die Wohnhausanlage in der Neulinggsasse 39 wurde im Sommer 2008 in Alice-und-Heinrich-Scheuer-Hof umbenannt. Alice Scheuer (1889-1942) und Heinrich Scheuer (1895-1942) wurden am 20. Mai 1942 nach Maly Trostinec (Minsk) deportiert und sofort nach ihrer Ankunft ermordet. Der Journalist und seine Gattin hatten viele Jahre lang in der Wohnhausanlage gelebt. Mit der Hofbenennung soll ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gesetzt werden.

Der Bau wurde auf dem ehemaligen Grundstück des Palais Salm-Vetsera errichtet, das sich von der Salesianergasse 11 über die Neulinggasse bis zur heutigen Salesianergasse 13 erstreckte. Hier wohnte Helene Baronin von Vetsera mit ihrer Tochter Mary, die 1889 gemeinsam mit Kronprinz Rudolf in Mayerling tot aufgefunden wurde. Nach dem Tod ihrer Tochter verließ Helene Wien. Das Palais diente fortan den USA und später Japan als Sitz ihrer Gesandten. 1916 wurde es abgerissen.

Architektur und Kunst

Das Gebäude erstreckt sich von der Grimmelshausengasse über die Neulinggasse bis zur Salesianergasse. Lang gezogene Balkone und eine verglaste Veranda markieren den Eingangsbereich im Zentrum der Fassade zur Neulinggasse. Drei Fensterachsen seitlich davon wird die glatte Fassade kaum merkbar blockartig vorgezogen. Das Dachgesims darüber liegt auf einer Linie, ist allerdings an beiden Ecken um ein zusätzliches Geschoß turmartig erhöht und an den Seitenflügeln wieder abgesenkt. Die großzügig verglasten Überhöhungen waren als Atelierräume gedacht. Die Ecke zum Modenapark erhält durch Rundbalkone einen offenen Charakter, während die Ecke zur Salesianergasse abgerundet ist.

Die U-förmige Anlage wird vom Innenhof durch vier Stiegen erschlossen. Seitlich des Durchgangs sind die Stiegenhäuser durch später eingebaute Liftanlagen der Fassade vorgestellt. Über dem Durchgang und an den Seitenflügeln befinden sind großzügige Balkone.

Armand Weiser - Der in der Schweiz geborene Architekt Armand Weiser (1887-1933) studierte von 1908 bis 1911 an der Technischen Hochschule Wien. Er war zunächst in Berlin tätig, wo er mehrere Villen errichtete. Für die österreichische Architektur ist er vor allem als Publizist in deutschen Zeitschriften bedeutend, wo er die Ideen der Wiener Moderne verbreitete. In Wien selbst erbaute er nur wenige Wohnhäuser und eine Wohnhausanlage der Gemeinde Wien.

Den Prinzipien der Moderne verbunden, ist der Bau sehr klar und schlicht konzipiert. Gestalterische Details und die feine Modellierung der Masse lassen ihn dennoch dynamisch und spannend wirken. Die Sockelzone ist mit Klinkersteinen verkleidet, die am Durchgang und um die Eingänge zu den Stiegenhäusern weitergeführt werden. Durch das kräftige Gesimsband über dem Erdgeschoß und das weit vorkragende Dachgesims wird der Bau in die Länge gezogen. Die schlichten Balkone brechen die langen Fronten auf. Zusätzlich erhält der Baukörper durch die unterschiedlichen Höhenabstufungen und die Rundlösungen eine besondere Dynamik.

Dokumente