Detailinformationen
Adresse
Dietrichgasse 32-34, 1030 Wien
Dietrichgasse 32-34, 1030 Wien
Drorygasse 17, 1030 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1926 - 1927
Anzahl an Wohnungen
67
Architekt*in
Bruno Richter
Wohnungen |
67 |
|---|---|
Waschküchen |
2 |
Stiegen |
4 |
Lokale |
1 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Dietrichgasse wurde 1830 nach Georg Dietrich benannt. Er hatte um 1800 das erste Haus in dieser Gasse gebaut.
Der Wohnbau wurde auf dem ehemaligen Gelände der "Wällischen Gärten" errichtet, die bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Versorgungsfaktor für die Wiener Bevölkerung waren. Die Gründe gehörten zum Besitz der aus Verona stammenden Oria della Scala. 1445 schenkte sie die Gartenanlagen dem Augustinerorden. Zum Gedenken an die aus dem "Welschland" stammende Stifterin wurden diese bis zur Verbauung ab Mitte des 19. Jahrhunderts als "Wällische Gärten" bezeichnet.
Architektur und Kunst
Der Bau liegt an der Ecke Dietrichgasse/Drorygasse. Die Fassade zur Dietrichgasse wird von der expressionistisch gestalteten Eingangsituation dominiert. Die rechteckige Hofeinfahrt ist mit roten Keramikfliesen eingefasst. Die zwei Fensterachsen darüber werden von bis in die Dachzone reichenden Klinkerbändern umrahmt. Flankiert wird dieser Bereich von scharf vorgezogenen Erkern, die - von spitzen Ziegeldächern bekrönt - den gesamten Eingangsbereich blockartig überhöhen. Die roten Keramikfliesen verlaufen als Gesimsbänder über den gesamten Bau. Besonders auffallend ist die Ecklösung gestaltet: Versetzt angeordnete spitze Erker leiten von der Dietrichgasse zur einfach gehaltenen Fassade der Drorygasse über. Die Hoffassaden der rechteckigen Anlage sind im Gegensatz zur Straßenfront sehr schlicht gehalten. Nur an einer Seite des Hofes ist der Bau durch Eckbalkone blockartig vorgezogen und mit einer überdachten Freitreppe versehen.
Bruno Richter - Bruno Richter (1888-1953) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Als selbstständiger Architekt errichtete er vor allem Villen in Perchtoldsdorf und Grinzing. Nach seinen Plänen entstand aber auch der Dom von Skutari (Albanien). Für die Gemeinde Wien plante er nur eine Wohnhausanlage.
Die Verwendung von Klinker und die ungewöhnliche Ecklösung lassen auf einen starken Einfluss durch die expressionistische Architektur der Amsterdamer Schule um 1920 schließen. Ursprünglich war geplant, auch die Hoffassaden mit Klinkerbändern zu überziehen.