Detailinformationen
Adresse
Drorygasse 8, 1030 Wien
Drorygasse 8, 1030 Wien
Dietrichgasse 28-30, 1030 Wien
Göllnergasse 37, 1030 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1924 - 1925
Anzahl an Wohnungen
110
Architekt*in
Karl Badstieber
Wohnungen |
110 |
|---|---|
Waschküchen |
2 |
Stiegen |
6 |
Lokale |
12 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Benannt ist die Wohnhausanlage nach der ehemaligen Vorstadt. 1302 wird erstmals der Name "Landstraße" in einer Urkunde erwähnt. Bezeichnet wurde damit die Straße, die vom Stubentor direkt nach Ungarn führte. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde vor dem Stubentor das St. Nikolai-Kloster gegründet, um das sich eine Vorstadt bildete, die als "An der Landstraß" bezeichnet wurde. 1850 wurde Landstraße mit den Vorstädten Erdberg und Weißgerber zum Wiener Gemeindebezirk Landstraße zusammengelegt.
Der Wohnbau wurde auf dem ehemaligen Gelände der "Wällischen Gärten" errichtet, die bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Versorgungsfaktor für die Wiener Bevölkerung waren. Die Gründe gehörten zum Besitz der aus Verona stammenden Oria della Scala. 1445 schenkte sie die Gartenanlagen dem Augustinerorden. Zum Gedenken der aus dem "Welschland" stammenden Stifterin wurden diese bis zur Verbauung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als "Wällische Gärten" bezeichnet.
Architektur und Kunst
Die Wohnhausanlage erstreckt sich von der Göllnergasse über die Drorygasse zur Dietrichgasse. Der Eingang wird von dem zurückversetzten Mittelblock überfangen, der von drei Spitzgiebeln bekrönt wird. Spitz vorgezogene Wandvorlagen und spitze Fenstergiebel betonen diesen Teil zusätzlich. Seitlich der Einfahrt wird der Bau über zwei Fensterreihen vorgezogen und leitet zu den abgestuften Seitenblöcken über, die jeweils mit einer spitz vorgezogenen und turmartig überhöhten Erkerachse versehen sind. An den Seitenfronten befindet sich ebenfalls jeweils eine Erkerachse. Leicht zurückversetzte und überhöhte Baukörper gliedern die Seitenfassaden in mehrere Abschnitte. Aufgesetzte Dreiecksgiebel und spitze Fensterbekrönungen betonen jeweils die zentralen Achsen. Durch die tonnengewölbte Einfahrt gelangt man in den schlichten Innenhof, dessen Erdgeschoß an der Einfahrtsseite in Arkaden aufgelöst ist. Der Dekor reduziert sich im Hof auf die ersten beiden Geschoße. Die Stiegenhäuser sind turmartig vorgezogen und wurden zum Teil durch Aufzugsanbauten erweitert.
Karl Badstieber - Karl Badstieber (1875-1942) studierte von 1898-1901 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg errichtete Badstieber als selbständiger Architekt zahlreiche Wohnhäuser für das Großbürgertum in Wien. Bis 1929 war er als Architekt für die Südbahngesellschaft tätig, für deren Bedienstete er in Wien und der Steiermark Wohnhäuser erbaute. Im Auftrag der Gemeinde Wien errichtete er drei Wohnhausanlagen. 1908 entstand das heute im Burggarten aufgestellte Kaiser-Franz-Joseph-Denkmal nach seinen Entwürfen.
Die Fassaden sind reich mit Dekor wie Relieffeldern und Fenstergiebeln überzogen, die dem monumental hochgestuften Bau eine weiche, romantisierende Hülle geben. Ein überraschendes Detail ist der Eckpfeiler mit Kapitell an der Ecke zur Dietrichgasse. Er scheint wie der Arkadengang und das Tonnengewölbe der Kirchenarchitektur entliehen zu sein. Die zweifarbige Gestaltung betont den mehrschichtigen Fassadenaufbau, der die gesamte Masse in unruhige Bewegung versetzt. Die scharfen Dreiecksgiebeln und spitzen Erkerachsen entsprechen der expressionistischen Architektur der 20er-Jahre.