Detailinformationen
Adresse
Wehlistraße 305, 1020 Wien
Wehlistraße 305, 1020 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1929 - 1930
Anzahl an Wohnungen
84
Architekt*in
Franz Schacherl
Wohnungen |
84 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
5 |
Lokale |
4 |
Fahrradbox |
Ja |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Straße, in der das Wohnhaus steht, ist nach Sektionschef August Freiherr Ritter von Wehli benannt. Der Namensgeber war Vizepräsident der Donauregulierungskommission.
Durch die latente Hochwassergefahr war eine Besiedelung der Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, über Jahrhunderte hinweg unmöglich. Erst mit der Donauregulierung, 1870 - 1875, gewann man ein wenig Kontrolle über den Strom. Damit war die Möglichkeit zur Industrialisierung eröffnet - ein für die wirtschaftliche Entfaltung der Donaumonarchie höchst bedeutsamer Faktor. In unmittelbarer Nähe des Gemeindebaus befanden sich etwa die Siemens-Schuckert-Werke. Diese Fabrik war um 1900 die modernste der Elektroindustrie. Das Grundstück, auf dem das Wohnhaus steht, ging 1930 aus dem Besitz des Donauregulierungsfonds an die Stadt Wien über.
Architektur und Kunst
Das Wohnhaus stellt eine Eckverbauung mit klassischer Zonenteilung dar. Ein durchlaufendes Gesims setzt das Erdgeschoß von den darüber befindlichen Stockwerken ab. Die Straßenfassaden sind durch flache, fünfachsige Risalite gegliedert, deren Mittelteile durch Balkone akzentuiert werden. Die einzelnen Stockwerke sind im Bereich der Risalite durch Gesimse betont. Die Gliederung der restlichen Fassade erfolgt durch leicht abgestufte Wandelemente. Der an der Wehlistraße gelegene Haupteingangsbereich ist durch ein vorkragendes Dachgesims mit zwei der anschließenden Fenster zusammengefasst. Vier Stützen gliedern den Portalbereich. An den Fronten des geschlossenen Hofes, die durch einachsige Risalite gegliedert sind, fallen die durch Ziegelmauerwerk akzentuierten Eingangsbereiche auf.
Franz Schacherl - Franz Schacherl (1895 -1943) besuchte die Höhere Baufachschule in Wien und studierte danach an der TH-Wien. Nach seinem Abschluß 1918 arbeitete er für das Wiener Siedlungsamt in Arbeitsgemeinschaft mit Franz Schuster, Adolf Loos u. Margarethe Schütte-Lihotzky. Schacherl veröffentlichte den programmatischen Aufsatz "Proletarische Architektur" und war Schriftleiter des sozialist. Baujournals "Der Aufbau". Nach 1934 gelang ihm die Flucht nach Angola.
Im Hof befinden sich zwei bemerkenswerte Kunstwerke. Ein zwischen 1963 und 1965 von Alois Heidel geschaffenes Objekt trägt den Titel "Lichtspiel". Es misst 3,2 x 1,5 m und besteht aus Stahlblech. Eine von Rudolf Kedl zwischen 1963 und 1965 geschaffene, 2,2 m hohe Plastik aus getriebenem Kupferblech ist mit "Pagode" betitelt.