Detailinformationen
Adresse
Grimmgasse 36-38, 1150 Wien
Dadlergasse 1-3, 1150 Wien
Grimmgasse 32, 1150 Wien
Grimmgasse 36-38, 1150 Wien
Dadlergasse 5-9, 1150 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1956 - 1964
Anzahl an Wohnungen
90
Architekt*in
Josef Angst, Rudolf Goder
Wohnungen |
90 |
|---|---|
Waschküchen |
3 |
Stiegen |
6 |
Lokale |
6 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 3 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.
Die Wohnhausanlage wurde am 25. April 1970 nach Paul Richter (1877-1958), dem Funktionär der Sozialdemokratischen Partei und Redakteur der Zeitschrift "Der Sozialdemokrat", benannt. Richter lebte seit seinem dritten Lebensjahr durchgängig in Rudolfsheim-Fünfhaus. Eine Gedenktafel an der Seitenfront des Hofes in der Grimmgasse erinnert an ihn.
Die Wohnhausanlage liegt auf dem Gebiet des von Josef Christoph von Plankenau um 1700 errichteten Herrensitzes, einem schlossartigen Landhaus mit ausgedehntem Park zwischen der heutigen Schwendergasse, Dadlergasse und Braunhirschengasse. An der Stelle des Paul-Richter-Hofes befand sich der Park dieses Besitzes. 1799 kaufte Wenzel Franz Dadler, nach dem die Dadlergasse benannt wurde, diesen Besitz und ließ Teile davon parzellieren. Nach Dadlers Tod wurden auch die Reste des ehemaligen Plankenauschen Besitzes parzelliert und verbaut.
Architektur und Kunst
Die Wohnhausanlage besteht aus vier in einer ersten Bauphase errichteten Baublöcken und einem wenige Jahre später errichteten Zubau, wobei die Gebäudehöhen das abfallende Gelände nachzeichnen. Die ursprüngliche Anlage umfasst die Adressen Grimmgasse 36-38 sowie Dadlergasse 5-9, der Zubau die Adressen Grimmgasse 32-34 und Dadlergasse 1-3. Die Gebäudeteile gruppieren sich hakenförmig um einen kleinen Straßenhof auf die Dadlergasse sowie um einen großzügigen, sich auf die Grimmgasse öffnenden Straßenhof. Die dichte Gassenverbauung der Gründerzeit wurde auf diese Weise optisch aufgelockert, die Baufläche dennoch gut genutzt. Die Fassaden entsprechen den architektonischen Tendenzen der 1950er-Jahre: es dominieren die glatt verputzten Wandflächen, als einziger Schmuck wurden Fensterfaschen angebracht. Architektonisch auffällig ist vor allem der die Anlage bestimmende, überhöhte Wohnturm. Der spätere Zubau an die Anlage wurde dieser architektonisch weitestgehend angepasst, einzig die großzügige Verglasung der Stiegenhäuser weist diesen Bauteil als etwas jüngeren Datums aus.
Josef Angst - Keine biografischen Daten vorhanden.
Rudolf Goder - Rudolf Goder (1901-1977) studierte von 1918 bis 1925 unter anderem bei Siegfried Theiß und Franz Krauß an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem das Wohnhaus Kollmayergasse 2-8 in Wien 12 (1950-1951) und zusammen mit Josef Angst den Paul-Richter-Hof in Wien 15 (Dadlergasse 1-3, 1956-1964).
Das Wandbild "Die drei Lebensalter" an der Fassade auf die Dadlergasse wurde von Rudolf Heinz Keppel (1905-1967) in den Jahren 1957-1958 geschaffen. Lebenszyklusbilder dieser Art nehmen einen nicht geringen Anteil innerhalb der allegorischen Kunstwerke an Gemeindebauten ein. Sie machen das Leben als Abstraktum, also das Leben "an sich" anschaulich, wobei der Schwerpunkt auf der natürlichen Ordnung, der Naturgesetzlichkeit des Lebens liegt. In Keppels Bild sind den Altersstufen Tiere zur Charakterisierung zugeordnet: Kinder spielen mit einem kleinen Hündchen, junge Frauen mit Kinderwagen und Kleinkind werden von Tauben als Zeichen für Unschuld, Keuschheit und Demut umgeben, zur Arbeit eilenden Männern sind Hühner als Zeichen des Fleißes beigefügt. Ganz oben sitzen alte Männer mit dem Attribut eines schlafenden Hundes, über einer Gruppe alter Frauen kreisen krähenähnliche Vögel als Totenvögel. Die keramischen Supraportenreliefs über den Hauseingängen stellen die vier Jahreszeiten dar. Sie wurden von dem Wotruba-Schüler Alfred Kurz geschaffen.