Detailinformationen
Adresse
Engerthstraße 230, 1020 Wien
Engerthstraße 230, 1020 Wien
Sturgasse 2, 1020 Wien
Offenbachgasse 1, 1020 Wien
Vorgartenstraße 227, 1020 Wien
Engerthstraße 230, 1020 Wien
Vorgartenstraße 227, 1020 Wien
Offenbachgasse 1, 1020 Wien
Sturgasse 2, 1020 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1930 - 1931
Anzahl an Wohnungen
351
Architekt*in
Josef Hahn
Wohnungen |
351 |
|---|---|
Waschküchen |
8 |
Stiegen |
19 |
Lokale |
6 |
Fahrradbox |
Ja |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 8 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Straße, in der die Wohnhausanlage steht, ist nach Hofrat Wilhelm Ritter von Engerth (1814-1884) benannt. Der Namensgeber war Generalinspektor der Staatseisenbahngesellschaft, Mitarbeiter der Donauregulierungskommission und Konstrukteur des Sperrschiffes am Beginn des Donaukanals in Nussdorf.
Durch die latente Hochwassergefahr war eine Besiedelung der Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, über Jahrhunderte hinweg unmöglich. Erst mit der Donauregulierung, 1870-1875, gewann man etwas Kontrolle über den Strom. Damit war die Möglichkeit zur Industrialisierung eröffnet, ein für die wirtschaftliche Entfaltung der Donaumonarchie höchst bedeutsamer Faktor. Bedingt durch die kurze Entstehungszeit des Wohnviertels besitzt dieses eine relativ einheitliche und unverwechselbare Charakteristik. Das Grundstück, auf dem das Wohnhaus steht, ging 1930 aus dem Besitz des Donauregulierungsfonds an die Stadt Wien über.
Architektur und Kunst
Der monumentale Baublock besteht aus vier winkelig aneinanderstoßenden Trakten, die einen großzügigen, begrünten Innenhof umschließen. Eine Steinrahmung umgibt die zentrierten Eingangsbereiche in der Enghertstraße, der Sturgasse und der Offenbachstraße. Der Fassadenabschnitt über dem Haupteingang in der Offenbachstraße wird durch Balkone akzentuiert, welche die Breite von vier Achsen einnehmen. Die Gliederung des Baus ist einfach und wirkungsvoll. Sie wird durch leicht vorkragende, von der Grundfarbe des Hauses differenzierte Mauerabschnitte bewerkstelligt, welche die Fenster zu Bändern und Achsen zusammenfassen. Durch das Alternieren des gelben Verputzes mit den hellgrauen Gliederungselementen ergibt sich eine prägnante Struktur. Die Ecken der Anlage sind betont, indem die jeweils in der äußersten Achse gegenüber befindlichen Fenster horizontal zusammengefasst werden. Die Hoffassaden sind durch turmartige Ausbauten im Abstand von jeweils vier Achsen charakterisiert, die in sich durch einen grau verputzten, die Fenster vertikal zusammenfassenden Mauerstreifen gegliedert werden.
Josef Hahn - Der aus Mähren stammende Josef Hahn (1884-1943) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er den Südtiroler Hof in Wien 4 (mit Karl Ernst, 1927/28) und die Wohnhäuser Engerthstraße 230 in Wien 2 (1930/31) und Laxenburgerstraße 92 in Wien 10 (1931/32). Außerdem wurden in Budweis (Tschechien) kurz vor 1930 mehrere Villen nach seinen Plänen ausgeführt. 1941 musste er aufgrund seiner jüdischen Abstammung nach Shanghai emigrieren, wo er kurze Zeit später verstarb.