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Johann-Holzer-Hof

Hof-Informationen Johann-Holzer-Hof

Detailinformationen

Johann-Holzer-Hof

Adresse

Simmeringer Hauptstraße 106-108, 1110 Wien

Simmeringer Hauptstraße 106-108, 1110 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1960 - 1961

Anzahl an Wohnungen

70

Architekt*in

Willy Grunert

Wohnungen

70

Waschküchen

2

Stiegen

2

Lokale

5

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Ja

Werkstatt

Nein

Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Ein Gedenkstein in der Grünanlage erinnert an den Namensgeber der Wohnhausanlage, Johann Holzer (1907-1976). Er trat bereits 1923 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei bei und war bis 1934 aktiv im Republikanischen Schutzbund tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte er sich am Aufbau des ÖGB. Der langjährige Simmeringer Bezirksrat und stellvertretende Bezirksobmann der SPÖ Simmering war zuletzt Generaldirektor-Stellvertreter der Creditanstalt.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Simmering ein von Äckern und Gärten umgebenes, kleines Dorf. Erst Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich hier große Betriebe an, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, wie etwa die Maschinen- und Waggonfabrik AG und die erste Fabrik der Unternehmerfamilie Mautner Markhof. In der Folge entwickelte sich Simmering zum Arbeiter- und Industrievorort, der 1892 zusammen mit Kaiserebersdorf sowie kleinen Teilen von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.

Gemeinsam mit dem Johann-Holzer-Hof wurde entlang der Simmeringer Hauptstraße eine ebenerdige Geschäftszeile errichtet. Diese wurde jedoch im Zuge der U3-Verlängerung nach Simmering im Jahr 1995 abgerissen und durch einen neuen Gemeindebau (Simmeringer Hauptstraße 108a) ersetzt, weshalb der Johann-Holzer-Hof heute deutlich von der Straße zurückversetzt und abgeschottet erscheint.

Architektur und Kunst

Das frei stehende, acht Geschoße umfassende Wohnhaus liegt heute isoliert hinter einem neuen, an der Simmeringer Hauptstraße errichteten Gemeindebau. Durch seine Höhe und seine Breite wirkt das Gebäude beinahe wie ein Schild, das ursprünglich über den einstigen ebenerdigen Geschäftstrakt an der Straße hinausragte. Die Vorderfront wird von zwei Loggienachsen eingefasst und springt zwischen diesen leicht zurück. Die Fassade ist von der niedrigen Sockelzone bis zum Dachgesims ohne horizontale Einschnitte glatt hochgezogen. Strukturiert wird sie durch Achsen unterschiedlich großer Fenster. Zwei zentrale Achsen von Loggien, deren Brüstungen auf die Fassadenflucht der äußeren Loggienachsen vorgezogen sind, brechen die kompakte Front zur Mitte hin auf. Dadurch kommt es zwar zu einer Zentrierung auf die beiden schmalen Fensterachsen zwischen den Loggien, eine symmetrische Gliederung ist aufgrund der unregelmäßigen Anordnung der äußeren Fensterachsen jedoch nicht gegeben. Der Aufbau der Rückfront folgt einem ähnlichen Schema. Die äußersten Achsen sind hier nun mit Fenstern besetzt. Erst im Anschluss daran befinden sich Loggien, die zur nach hinten versetzten Front überleiten, wodurch die inneren Ecken frei überhängen. Wie an der Vorderseite wurden die Loggien auch hier zum Teil nachträglich verglast.

Willy Grunert - Der aus Sachsen stammende Willy Grunert (1897-1978) studierte an der Technischen Hochschule und an der Kunstakademie in Dresden. Schon früh arbeitete er als Städteplaner im Atelier von Adolf Muesmann mit. Nach Beendigung seines Studiums machte er sich als Architekt in Dresden selbstständig und nahm bald eine führende Rolle auf dem Gebiet des gemeinnützigen Wohnungsbaus ein. Nach seinen Plänen entstanden in und um Dresden einige Tausend Wohnungen. Ende des Zweiten Weltkriegs übersiedelte Grunert nach Wien, wo er sich vor allem am Wiederaufbau von Wiener Neustadt sowie am Wohnhausbau der Gemeinde Wien beteiligte. Aufgrund seiner Verdienste um den Wohnhausbau wurde ihm das Ehrenamt eines Bezirksrats der Gemeinde Wien übertragen, durch das er entscheidenden Einfluss auf die Assanierungspläne der Wiener Innenstadt hatte.

In der Grünanlage steht eine von der Künstlerin Andrea Schrittwieser aus Naturstein hergestellte Spielplastik, eine sehr zierliche, aber dennoch dynamisch geformte Rutsche (1960-1962).

Dokumente