Detailinformationen
Adresse
Hugogasse 20, 1110 Wien
Hugogasse 20, 1110 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1964 - 1966
Anzahl an Wohnungen
79
Architekt*in
Andreas Tröster, Anneliese Tröster
Wohnungen |
79 |
|---|---|
Waschküchen |
2 |
Stiegen |
5 |
Lokale |
2 |
Fahrradbox |
Ja |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.
Die Wohnhausanlage wurde 2001 nach Otto Mraz (1925-1999) benannt. Als Mraz 1947 aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückkam, erhielt er Arbeit in der Julius Pinsch AG, wo er 1955 in den Arbeiterbetriebsrat gewählt wurde. In der Folge engagierte er sich aktiv in der Metallarbeiter-Gewerkschaft. 1977 wurde er Bezirkssekretär der SPÖ Simmering und drei Jahre später Bezirksvorsteher (1980-1989) von Simmering. Mraz wohnte bis zu seinem Tod in dieser Wohnhausanlage.
In einem Dokument von 1130 wird als Besitzer eines kleinen Ortes im Bereich der Laurenzkirche "Isinrich von Simmaningen" genannt. Bei den "von Simmaningen" dürfte es sich um ein in dieser Gegend ansässiges Landadelsgeschlecht gehandelt haben, dessen Spuren sich im 14. Jahrhundert verlieren, als sich jedoch der Name Simmering für den Ort bereits etabliert hatte. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Simmering ein von Äckern und Gärten umgebenes kleines Dorf. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich große Betriebe hier an, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, wie etwa "Die Maschinen- und Waggonfabrik AG" und die erste Fabrik der Unternehmerfamilie Mautner Markhof. In der Folge entwickelte sich Simmering zum Arbeiter- und Industrievorort, der 1892 zusammen mit Kaiserebersdorf sowie kleinen Teilen von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.
Architektur und Kunst
Die fünf Geschoße umfassende Wohnhausanlage liegt am Ende der Hugogasse, wo diese in das Areal einer Kleingartenanlage mündet. Sie besteht aus einem zwei Stiegenhäuser beherbergenden Gassentrakt, der an die geschlossene Verbauung der Hugogasse angefügt ist, und einem langen, drei Stiegen umfassenden Hofblock. Im Erdgeschoß der Wohnhausanlage ist ein Lokal der Wiener Straßenreinigung untergebracht, das sich durch hohe, schmale Fenster und ein breit gerahmtes Tor vom Gebäude abhebt. Die Fassade wird durch 13 Achsen unterschiedlich großer Fenster strukturiert, die scharf in die glatte Putzfassade eingeschnitten sind. Die kleinen, quadratischen Fenster markieren jeweils die Sanitärräume und Küchen. Anhand der Größe der anderen Fenster lässt sich auch auf die Größe der dahinter liegenden Räume schließen. Der Hoftrakt ist über ein schmales, zurückversetztes Zwischenglied mit dem Straßenblock verbunden. Durch dem Gelände folgende Abstufungen und Rücksprünge ist er in drei Abschnitte gegliedert. Die Hoffassaden werden von den großzügigen Glasflächen der Stiegenhäuser dominiert. Die Fenster sind einzeln in die Fassade eingesetzt, werden jedoch durch eine rahmende Nut und feineren Verputz zu vertikalen Einheiten zusammengefasst. Das durchgezogene Dachgesims beschränkt die vertikale Wirkung der Stiegenhäuser, die durch unscheinbare Dachausbauten für die Aufzüge überhöht werden.
Andreas Tröster - Andreas Tröster (1900-1971) studierte von 1926 bis 1930 an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1931 auch promovierte. Er führte vor allem Gewerbebauten aus, wie etwa für die Schokoladenfabrik Knäbchen und mehrere Auto- und Werkstättenhäuser, wie etwa die beachtenswerte Autoreparaturwerkstätte Baumkirchner & Colloredo in Wien 2, Handelskai 344 (1956/57). In den 1960er-Jahren war Tröster, der eine Bürogemeinschaft mit seiner Tochter Anneliese Tröster führte, auch an der Realisierung des Marchfeldkanals beteiligt.
Anneliese Tröster - Anneliese Tröster (1925-2008) studierte von 1946 bis 1950 Architektur in Innsbruck und an der Technischen Hochschule Wien. Nach dem Studium ging sie eine Bürogemeinschaft mit ihrem Vater Andreas Tröster ein. Gemeinsam mit ihm plante sie zahlreiche Gewerbebauten und mehrere Wohnhäuser für die Gemeinde Wien. Besonders beachtenswert sind etwa das Autohaus Laxenburer Straße 96 in Wien 10 (gem. mit Hans Wölfl, 1970/71) und die zweigeschoßige Neuwagenhalle samt mehreren Nutzbauten des Autohauses Alfred Liewers in Wien 10, Triester Straße 87 (1961/62), die vor allem aufgrund ihres ästhetisch ausgeformten Funktionalismus überzeugen. Auch das Bürohaus Rudolf Holzmann in Wien 21 (Holzmanngasse 1) stammt von ihnen. 1973 zog Anneliese Tröster nach Gastein in Salzburg, wo sie weiterhin als Architektin tätig war.
Im Hof der Anlage befindet sich die Skulptur "Kind und Bär" von Alfred Hofmann (1956).