Detailinformationen
Adresse
Prager Straße 43-47, 1210 Wien
Prager Straße 43-47, 1210 Wien
Morsegasse 3, 1210 Wien
Deublergasse 10-14, 1210 Wien
Voltagasse 44, 1210 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1931 - 1932
Anzahl an Wohnungen
159
Architekt*in
Erich Franz Leischner
Wohnungen |
159 |
|---|---|
Waschküchen |
4 |
Stiegen |
13 |
Lokale |
10 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 4 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Alois Appel wurde am 11. 6. 1872 geboren. Der gelernte Metallarbeiter war Obmann des Verbandes der Arbeitervereine in Floridsdorf. Im Jahr 1911 gründete er den Verein der Kinderfreunde Wien und übte jahrelang die Funktion des Obmanns aus. Appel verstarb am 23. 10. 1946 74-jährig in Wien.
Von 1922 bis zum Baubeginn der Wohnhausanlage im Jahr 1931 stand an der Prager Straße eine hölzerne Verkaufshütte, die schließlich im Zuge der Bauarbeiten abgebrochen wurde. Der Innenhof befindet sich auf der so genannten "Kleinen Pollack Wiese", benannt nach der damals in unmittelbarer Nähe gelegenen Baumwollfärberei Pollack & Söhne. Während der Februarunruhen im Jahr 1934 spielte der Appel-Hof keine bedeutende Rolle.
Architektur und Kunst
Die in sich geschlossene, lediglich zur östlich gelegenen Prager Straße hin geöffnete Hofanlage wird durch die Morsegasse, die Deublergasse sowie im Norden durch die Voltagasse begrenzt. Der viergeschoßige, unterkellerte Wohnhof umfasst insgesamt 13 Stiegenhäuser, die alle vom Innenhof aus erschlossen werden. Die grau verputzen Wohngeschoße erheben sich über einem etwa einen Meter hohen Sockel. Ein überbauter, 1,5 Meter breiter Durchgang verbindet die westlich angrenzende Morsegasse mit dem Innenhof. Diese Verbindung wird als axialer Weg im Hof bis zur Prager Straße fortgesetzt. Auf einer Länge von 16 Metern öffnet sich der Innenhof zur Prager Straße, lediglich ein Zaun grenzt den Wohnhof zum öffentlichen Bereich ab. Ursprünglich war als Abgrenzung ein zentral liegender Pavillon mit beidseitig anschließenden Pergolen als Einfahrtsportale vorgesehen. Die kaum gegliederten, langen Fassaden lassen die Wohnhausanlage monoton erscheinen, was typisch für die letzten Gemeindebauten des Roten Wiens ist. Lediglich die östliche Fassade an der Morsegasse ist durch fünf Risalite, die 35 cm vorspringen, sowie durch punktuell vorgelagerte Balkone strukturiert.
Erich Franz Leischner - Erich Franz Leischner (1887-1970) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien, u. a. bei Carl König. Bereits ab 1911 bis zu seiner Pensionierung 1949 war er für das Wiener Stadtbauamt tätig. Für das Rote Wien erbaute er neben zahlreichen Wohnhausanlagen unter anderem auch das Kongressbad (1928). In den 1930er-Jahren wurde nach seinem Konzept (gemeinsam mit Alfred Fetzmann) die Höhenstraße angelegt. Ab 1949 war er als selbständiger Architekt tätig. In dieser Zeit entstanden unter anderem die Rotundenbrücke (1953-1955) und die Salztorbrücke (1960-1961) nach seinen Entwürfen.