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Franz-Bretschneider-Hof

Hof-Informationen Franz-Bretschneider-Hof

Detailinformationen

Franz-Bretschneider-Hof

Adresse

Mitterhofergasse 17-19, 1210 Wien

Mitterhofergasse 17-19, 1210 Wien

Jedlersdorfer Straße 101, 1210 Wien

Preßburger Gasse 26, 1210 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1924 - 1925

Anzahl an Wohnungen

92

Architekt*in

Gustav Schläfrig, Hans Reiser

Wohnungen

92

Waschküchen

1

Stiegen

12

Lokale

16

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Ja

Werkstatt

Ja

Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Der Wohnbau ist seit seiner Entstehung nach Franz Bretschneider (1866-1950) benannt. Der gelernte Mechaniker trat 1912 in den Wiener Gemeinderat ein, wo er bis 1918 tätig war. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er zum ersten sozialdemokratischen Bezirksvorsteher von Floridsdorf gewählt.

Die betreffende Anlage wurde in den 1920er-Jahren als Erweiterung eines älteren Wohnbaus errichtet. Der erste Bau entstand wenige Jahre zuvor und wurde von demselben Architektenduo geplant. Der Wohnbau galt zur damaligen Zeit als erstes vollendetes "Volkswohnhaus" der Gemeinde Wien. Der ursprünglich vorgesehene Kindergarten wurde 1935 zugunsten von neuen Wohnungen aufgelöst. Nachdem die Anlage im Zweiten Weltkrieg beschädigt worden war, veranlasste man 1953 den Wiederaufbau.

Architektur und Kunst

Der Wohnbau aus den 1920er-Jahren verläuft entlang der Mitterhofergasse und schließt direkt an eine Anlage aus derselben Zeit an. Sowohl die Grundrissidee als auch die Formensprache des älteren Baus werden hier fortgesetzt. Wie auch beim ersten Wohnbau der beiden Architekten handelt es sich um eine geschlossene Randverbauung. Der langgestreckte Baukörper besticht vor allem durch die abwechslungsreiche Gestaltung. Abstufungen und nach hinten versetzte Bauteile sorgen für eine lockere Gliederung der Straßenfront. Die Fassade ist in Fensterachsen aufgelöst, wobei die Fenster ohne Profilierung knapp in die Wandfläche eingeschnitten sind. Mehrere Rundbogenöffnungen führen in den Innenhof, der mit Brunnenanlagen und Sitzmöglichkeiten ausgestattet ist. Die Rundbogeneingänge sind von der Fassade nach vorne versetzt und beherbergen kleine Portierlogen. Neben den Walmdächern ergänzen vor allem die polygonalen Erker den lebendigen Gesamteindruck des Wohnbaus.

Gustav Schläfrig - Gustav Schläfrig (1881-1950) studierte von 1900 bis 1906 an der Technischen Hochschule Wien. Bereits 1908 entwarf er (mit seinem Bruder Friedrich Schläfrig) das repräsentative Miethaus am Dannebergplatz 9 in Wien 3. Nach geleistetem Kriegsdienst und einigen Jahren als freiberuflicher Architekt wurde er 1923 Chefarchitekt der Ein- und Mehrfamilienbaugenossenschaft der Eisenbahner. Er nahm vorübergehend Hans Reiser in sein Büro auf, mit dem er zahlreiche Wohnhäuser in Wien und Niederösterreich realisierte. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde ihm 1938 die Berufsbefugnis entzogen.

Hans Reiser - Hans Reiser (1877-?) studierte von 1898 bis 1903 an der Technischen Hochschule Wien. Er war zunächst bei der NÖ Landesregierung beschäftigt, bevor er 1909 Mitglied des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins wurde und als selbständiger Architekt tätig war. Zu Beginn der 1920er-Jahre wurde Reiser Mitarbeiter im Büro von Gustav Schläfrig, der Chefarchitekt der Ein- und Mehrfamilienbaugenossenschaft war. Zusammen errichteten sie zahlreiche Wohnbauten. Selbständige Arbeiten sind von Reiser nicht überliefert. Ende der 1930er-Jahre wurde ihm aufgrund der schlechten Auftragslage gekündigt, womit sich seine Spuren verlieren.

Über den Rundbogenöffnungen ist das Wappen von Wien angebracht. Aufgrund der damaligen Zugehörigkeit der Stadt Wien zu Niederösterreich wird hier noch das Wappen mit der Landeskrone verwendet.

Dokumente