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Pestalozzi-Hof

Hof-Informationen Pestalozzi-Hof

Detailinformationen

Pestalozzi-Hof

Adresse

Philippovichgasse 2-4, 1190 Wien

Philippovichgasse 2-4, 1190 Wien

Lißbauergasse 2, 1190 Wien

Billrothstraße 5, 1190 Wien

Philippovichgasse 2-4, 1190 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1925 - 1926

Anzahl an Wohnungen

126

Architekt*in

Ella Briggs

Wohnungen

126

Waschküchen

4

Stiegen

9

Lokale

7

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Nein

Werkstatt

Nein

Ihr Hof ist mit 4 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Die Anlage wurde anlässlich seines 100. Todestages nach dem Pädagogen, Schriftsteller und Humanisten Johann Heinrich Pestalozzi benannt (1746-1827). An ihn erinnern eine Gedenktafel und ein Denkmal im Straßenhof.

Diese Anlage sollte eine weit über die Schaffung von Wohnraum hinausgehende soziale Funktion erfüllen: So wurden zwei Ateliers geschaffen, bereits bei der Errichtung ein heute noch bestehender Kindergarten eingeplant und kurz nach der Eröffnung der Wohnhausanlage ein benachbartes Grundstück erworben, wo die Architektin ein Ledigenheim errichtete, welches über eine Dachterrasse mit dem Pestalozzihof verbunden war. Dieses wurde später in ein Studentenheim umgewandelt und trägt heute den Namen "Professor-Julius-Tandler-Heim".

Architektur und Kunst

Der Pestalozzihof wurde auf einer Parzelle errichtet, deren lang gestreckte Front an der Philippovichgasse liegt, die beiden kürzeren an der Lißbauergasse bzw. Billrothstraße. Die Architektin löste diese Bauaufgabe dadurch, dass sie die Längsfront weitgehend symmetrisch um einen Straßenhof anlegte und an der städtebaulich markanten Ecke zur hier in einer Kurve verlaufenden Billrothstraße eine weitere Schauseite schuf. An dieser Stelle wurde auch die Verbindung zum nebenan liegenden, wesentlich niedrigeren Umspannwerk der städtischen Elektrizitätswerke hergestellt. Charakteristisch für die zukunftsweisende Architektur jener Zeit ist die Staffelung der kubischen Baumassen, aus denen diese vier- bis fünfgeschoßige Anlage zusammengestellt scheint. Zusätzlich belebt wird die verhältnismäßig schlichte Fassade durch farbigen Putz, Loggien und Erker, bei denen die für den Wiener Gemeindebau so typische Dreiecksform dominiert.

Ella Briggs - Ella Briggs (1880-1977) studierte zuerst Malerei bei Koloman Moser an der Kunstgewerbeschule in Wien, später Architektur an der Technischen Hochschule in München und wurde 1921 als erste Frau in den österreichischen Architektenverein aufgenommen. Zunächst in den USA und ab 1930 in Berlin tätig, musste sie wegen ihrer jüdischen Herkunft nach England emigrieren, wo sie bis zu ihrem Tod als Architektin arbeitete.

Das im Vorhof des Kindergartens aufgestellte Denkmal für den Namensgeber des Hofes Johann Heinrich Pestalozzi schuf 1927 der Bildhauer Max Krejca, der in jener Zeit vielfach an der Ausstattung der neuen Wiener Gemeindebauten mit Kunstwerken beteiligt war.

Dokumente