Inhalte werden geladen ...

Käthe-Königstetter-Hof

Hof-Informationen Käthe-Königstetter-Hof

Detailinformationen

Käthe-Königstetter-Hof

Adresse

Tautenhayngasse 2-8, 1150 Wien

Tautenhayngasse 2-8, 1150 Wien

Johnstraße 77, 1150 Wien

Koberweingasse 4-10, 1150 Wien

Neusserplatz 5, 1150 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1932 - 1933

Anzahl an Wohnungen

130

Architekt*in

Friedrich Pindt

Wohnungen

130

Waschküchen

4

Stiegen

9

Lokale

1

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Ja

Werkstatt

Nein

Ihr Hof ist mit 4 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Die Wohnanlage wurde 1949 nach Käthe Königstetter benannt. Königstetter war Heimnäherin gewesen und initiierte auf Grund ihrer dabei gemachten Erfahrungen den sozialdemokratischen Verein "Näherin", aus dem letztlich die Organisation der Heimarbeiterinnen hervorging. Von 1919-1934 gehörte sie dem Wiener Gemeinderat an.

Um 1910 wurde mit der Besiedelung des Landstreifens zwischen Oeverseestraße und Hütteldorfer Straße begonnen, doch der Ausbruch der Ersten Weltkrieges unterbrach das Bauvorhaben. Die so entstandenen Baulücken wurden in der Zwischenkriegszeit unter anderem durch Gemeindebauten geschlossen. Neben konventionellen Wohnanlagen wie jener in der Tautenhayngasse 2-8 entstand hier etwa auch der gegenüberliegende, progressive "Heimhof" in der Pilgerimgasse 22-24.

Architektur und Kunst

Der von Friedrich Pindt geplante Königstetter-Hof zeichnet sich vor allem durch seine sehr lang gestreckten Fronten und den dadurch entstehenden geräumigen Innenhof aus. Das äußere Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Anlage entspricht den in den 1930er-Jahren aufkommenden Tendenzen zum schmucklosen Baukörper. Die Gliederung der Straßenfassaden erfolgt einzig durch Balkongruppen, ursprünglich vorhandene Fensterfaschen sind durch die Wärmeisolierung überdeckt worden. Die Hoffassaden werden durch die Stiegenhäuser bzw. durch die nachträglich angebauten Liftschächte vertikal gegliedert. Die auffällig große Anzahl an Balkonen verweist auf eine aus heutiger Sicht kaum mehr erwähnenswerte, aber für die Zielgruppe dieser Architektur doch wichtige Möglichkeit zur Erholung, nämlich den "Urlaub am Balkon".

Friedrich Pindt - Friedrich Pindt (1888-1944) studierte ab 1909 an der Akademie der bildenden Künste, wo er die Meisterklasse von Otto Wagner besuchte. Für seine Abschlussarbeit eines unbegrenzt erweiterbaren Flugplatzes erhielt er 1912 das Staatsreisestipendium für Italien. Nach einem zweijährigen Praktikum im Atelier von Otto Wagner, trat er 1915 in den Dienst des Wiener Stadtbauamtes ein. In dieser Funktion errichtete er unter anderem die Wohnhausanlage Jenullgasse 19-26 in Wien 14 (mit Wilhelm Wohlmeyer). Pindts bekanntestes Werk ist allerdings die Ausflugsgaststätte "Salettl" in Wien 19 (Hartäckergasse 80).

An der Fassade zur Johnstraße befindet sich ein Terrakottarelief mit der Darstellung einer Mutter mit Kind zwischen einem Baumeister und einem Maurer. Darstellungen dieser Art sollen die Bedeutung der Bautätigkeit des Roten Wien für Mutter und Kind bzw. für die ganze Familie veranschaulichen. Ein ähnliches Motiv findet sich etwa am Gemeindebau in der Gablenzgasse 35-37 im 16. Wiener Bezirk.

Dokumente