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Dr.-Josef-Bayer-Hof

Hof-Informationen Dr.-Josef-Bayer-Hof

Detailinformationen

Dr.-Josef-Bayer-Hof

Adresse

Märzstraße 115-123, 1140 Wien

Märzstraße 115-123, 1140 Wien

Beckmanngasse 41-47, 1140 Wien

Märzstraße 115-123, 1140 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1933 - 1934

Anzahl an Wohnungen

135

Architekt*in

Konstantin Peller

Wohnungen

135

Waschküchen

3

Stiegen

10

Lokale

0

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Nein

Werkstatt

Nein

Ihr Hof ist mit 3 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Zu Beginn der 1930er-Jahre wurde der kommunale Wohnungsbau durch die zunehmend schlechte Wirtschaftslage massiv eingeschränkt. Um für die arbeitslose Bevölkerung trotzdem Wohnraum und Beschäftigung schaffen zu können, ging die Stadt dazu über, am Stadtrand liegendes Bauland zu erschließen und so genannte "Erwerbslosensiedlungen" zur Verfügung zu stellen. Die Siedlungshäuser wurden von den späteren Bewohnern nach einem vorgegebenen Bebauungsplan selbst errichtet. Durch die Ausschaltung des Parlaments und die Einführung einer autoritären ständestaatlichen Verfassung verlor Wien 1934 den Status eines eigenen Bundeslandes. Der Wohnbau kam so gut wie zum Erliegen, und die Arbeitslosigkeit stieg weiter. Der wachsenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung versuchte die Stadt entgegenzuwirken, indem sie Bauland zur Gründung autarker Wohneinheiten bereitstellte und so die Bewohner aus dem Elend der traditionellen Arbeiterbezirke an den grünen Stadtrand absiedelte.

Die Wohnanlage ist nach dem Urgeschichtsforscher Josef Bayer (1882-1931) benannt, der am Fund der "Venus von Willendorf" 1908 beteiligt war. Er leitete die urgeschichtlichen Sammlungen des Naturhistorischen Museums in Wien und gründete das Institut für Eiszeitforschung.

Die Wohnanlage liegt an der in der Beckmanngasse verlaufenden Grenze zwischen dem 14. und 15. Gemeindebezirk. Im Zuge der Stadterweiterung von 1890 war dieser Bereich städtebaulich erschlossen worden: Die Märzstraße sowie die Beckmanngasse wurden angelegt bzw. verlängert, der Grund parzelliert und in den folgenden Jahren zum Teil verbaut. Viele Parzellen blieben jedoch noch lange frei. Ende 1929 erwarb die Gemeinde Wien diese für den Bau von Wohnhäusern. Die Wohnanlage mit ursprünglich einem Geschäftslokal wurde nach den Februarkämpfen 1934 fertig gestellt, was sich an der für Wiener Gemeindebauten ungewöhnlichen Aufschrift in Frakturschrift zeigt, die zudem schwarz war. Erst später erhielt sie die typische rote Färbung.

Architektur und Kunst

Die auf einem abfallenden Eckgrundstück errichtete Wohnanlage erstreckt sich von der Märzstraße bis in die Beckmanngasse und gliedert sich in zwei langgestreckte Trakte.

Am Kreuzungspunkt der beiden Straßenzüge ist der Baukörper abgeschrägt und leicht zurückgesetzt. Horizontale Gesimse an den Ober- und Unterkanten der Fenster, die an den Straßenfronten der Trakte auslaufen, akzentuieren die Ecksituation.

Der an der Märzstraße gelegene Trakt schließt mit einem sechsgeschoßigen, turmartig erhöhten Block an die bestehende Bebauung an. Die ursprünglich vor allem durch die vertikalen Fensterbänder der Stiegenhäuser und ein durchlaufendes Kranzgesims gegliederte Straßenfront wird heute von den vor die Fassade gestellten Aufzugstürmen dominiert. Hofseitig gliedern Risalite mit Satteldächern den langen Baukörper. Die Giebelzone ist durch großzügig geschnittene Loggien aufgelockert.

An der Beckmanngasse wird der Niveauunterschied des abschüssigen Geländes durch mehrfache Abstufung des Traktes ausgeglichen. Ein breites vorkragendes Gesims schafft eine kräftige Horizontalbewegung, die die lange Front rhythmisiert. Auf der Hofseite, wo das Gesims ursprünglich treppenartig anstieg, gliedern die später angebauten Aufzugtürme die Front. Die zunächst vorwiegend viergeschoßige Anlage wurde nachträglich um ein Geschoß aufgestockt, was ihr heutiges Erscheinungsbild wesentlich prägt. Die mit einfachen gestalterischen Mitteln wie vertikalen und horizontalen Elementen gegliederten Trakte entsprechen der Wohnhausarchitektur der 1930er-Jahre.

Konstantin Peller - Konstantin Peller (1887-1969) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterschule von Otto Wagner. Er arbeitete zunächst als freischaffender Architekt sowie für kurze Zeit mit Josef Ludwig, bevor er vor Beginn des Ersten Weltkriegs in das Wiener Stadtbauamt eintrat. Während seiner Tätigkeit in dieser Funktion entwarf er, oft in Zusammenarbeit mit Julius Stoik und Adolf Stöckl, mehrere städtische Wohnhausanlagen und war u. a. auch bei der Regulierung des Wienflusses tätig. 1945 wurde Peller zum Vorsitzenden der Stadtplanung und des Wiederaufbaus ernannt. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Wiener Stadtbauamt hat Konstantin Peller mit der Gestaltung einer Reihe von Wohnbauten die Architektur des Roten Wien entscheidend mitgeprägt.

Dokumente