Detailinformationen
Adresse
Dernjacgasse 10, 1230 Wien
Dernjacgasse 10, 1230 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1999 - 2000
Anzahl an Wohnungen
45
Architekt*in
Adolf Krischanitz
Wohnungen |
45 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
6 |
Lokale |
3 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
Ihr Hof ist mit 50 PKW-Stellplätzen ausgestattet
Geschichte
In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.
Die Dernjacgasse ist nach Josef Dernjac (1851-1920), einem Kunsthistoriker, der als Schriftsteller durch sein Buch "Geschichte von Schönbrunn" (1885) bekannt wurde, benannt.
Durch die Verlängerung der U-Bahn-Linie U6 bis Siebenhirten ist auch das Gebiet südlich von Alt Erlaa zum Ziel neuer Verbauungen geworden. Nach einem städtebaulichen Leitkonzept von Hans Puchhammer und Rudolf Prohazka entstand auf dem Baugrund zwischen Erlaaer Straße im Norden und Perfektastraße im Süden nahe der U-Bahntrasse unter dem Vorzeichen "Kostenoptimierung mehrgeschoßiger, ökologisch sinnvoller Wohnbauten" eine Siedlung, die unter Beteiligung der Architekten Hans Puchhammer, Rudolf Prohazka, Ganahl/Ifsits/Larch, Adolf Krischanitz, Hermann & Valentiny, NFOG und Georg Feferle sehr unterschiedliche Bauten aufweist, die aber trotz ökonomischer Vorgabe durchaus nicht an Material und Qualität sparen. Der Bau von Adolf Krischanitz ist in diesem Kontext zu sehen.
Architektur und Kunst
Der sehr langgezogene kubische Block mit sechs Stiegen ist zwischen der Trasse der U-Bahn-Linie U6 und der Dernjacgasse eingespannt. Die vorgelagerte Tiefgarageneinfahrt und ein ummauerter Müllplatz schaffen etwas Distanz zur Straße. Die Längenausdehnung der glatten Nordfassade des viergeschoßigen Baus wird durch die Sequenzen der horizontalen Bandfenster betont. Tief eingeschnittene Eingänge rhythmisieren diese funktionale Fläche nur wenig. Die südliche Gartenseite mit ihren stufig angeordneten Terrassen und Loggien lässt durch die schottartigen Betonzwischenwände mit eingebautem Schallschutz, die sich vom Erdgeschoß bis zum dritten Geschoß erstrecken, trotz Konzentration der Wohnfläche ein Gefühl privater Abgeschiedenheit aufkommen. Dazu tragen auch die durch Hecken abgeteilten Gartenparzellen im Erdgeschoß bei. Die beiden obersten Geschoße werden durch kubische Vorbauten, die höhen- und seitenversetzt über den Schottwänden der Loggien aus der Mauerfläche ragen, plastisch aufgelöst. Auch hier sind die Fenster wieder zu horizontalen Bändern verbunden. Auf dem Flachdach setzt sich das skulpturale Gestaltungskonzept in den würfelig aufragenden Aufbauten der sechs Lifthäuser fort. Die strenge Rationalität des seriellen Konstruktionsprinzips schlägt sich auch im nüchternen schiefergrauen Anstrich der Nordseite und dem grauen Sichtbeton der Schmalseiten und Trennwände nieder. Die Erinnerung an die Moderne spielt hier eine stärkere Rolle als bei den umgebenden Bauten mit ihren postmodernen Strukturen, könnte aber auch als Anklang an die kubische Expressivität der Gemeindebauten in den 1920er-Jahren gemeint sein, obwohl bei der Nordfassade mehr die Assoziation zu funktionalen Bürogebäuden mitschwingt.
Adolf Krischanitz - Adolf Krischanitz (geb. 1946 in Schwarzach/Sbg.) studierte von 1965 bis 1972 Architektur an der Technischen Universität Wien. Bereits 1970 gründete er mit Angela Mareiter und Otto Kapfinger die Arbeitsgemeinschaft "Missing Link". Seit 1979 ist er als freischaffender Architekt in Wien tätig. Von 2004 bis 2007 führte Adolf Krischanitz zudem in Berlin eine Bürogemeinschaft mit Birgit Frank, in der die viel beachtete Temporäre Kunsthalle am Schlossplatz in Berlin (2007-2008) realisiert wurde. Unter den zahlreichen geplanten Großprojekten befinden sich unter anderem das Forschungslabor Novartis Campus in Basel (Schweiz, 2003-2008) und die Mustersiedlung Hadersdorf in Wien 14 (2000-2007). Seit 2008 erfolgt die Sanierung des 20er-Hauses in Wien 3 unter seiner Leitung. Adolf Krischanitz ist seit 1992 Professor für Entwerfen und Stadterneuerung an der Hochschule der Künste Berlin.