Detailinformationen
Adresse
Karl-Krestan-Gasse 5, 1230 Wien
Karl-Krestan-Gasse 5, 1230 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1951 - 1952
Anzahl an Wohnungen
48
Architekt*in
Anny Beranek
Wohnungen |
48 |
|---|---|
Waschküchen |
2 |
Stiegen |
5 |
Lokale |
1 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.
Die Karl-Krestan-Gasse wurde 1958 nach dem Bezirkspolitiker Karl Krestan (1883-1957) benannt, der von 1919 bis 1924 Vizebürgermeister sowie von 1924 bis 1934 Bürgermeister von Inzersdorf war. Nach dem Krieg war er von 1946 bis 1954 Bezirksrat.
Inzersdorf, der östlichste Teil des 23. Bezirks, deckt sich zum Teil mit einer altrömischen Veteranensiedlung, die in der Nähe der Triester Straße gelegen war. Der ehemalige Ort, der 1120 erstmals urkundlich erwähnt wird, entwickelte sich als Breitangerdorf zwischen der heutigen Draschestraße und der Hochwassergasse und besaß bereits 1217 eine eigene Pfarre. Die Grundherrschaft hatte ein unabhängiger Herr von Rodaun inne; im späten 14. Jahrhundert ging diese in landesfürstlichen Besitz über. Mit der Gründung der ersten Ziegelei erlebte der Ort ab 1775 einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Inzersdorfer Gemeindegebiet erstreckte sich damals bis zur Spinnerin am Kreuz auf dem Wienerberg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte durch die Ansiedlung von Lebensmittelfabriken ein Strukturwandel ein und die Grundherrschaft ging 1824 an den Großindustriellen Alois Miesbach. Die Inzersdorfer Konservenfabrik war eine 1873 auf dem Gebiet der Meierei des Alten Schlosses gegründete k.k. Militär-Konservenfabrik, die noch heute das Ortsbild an der Draschestraße prägt. Am Kirchenplatz, gegenüber der Inzersdorfer Pfarrkirche, steht die monumentale, in den Jahren 1911/12 im Stil des Spätsecessionismus erbaute Haupt- und Grundschule, an deren Areal im Norden der Gemeindebau anschließt.
Architektur und Kunst
Die zweiteilige Wohnhausanlage mit fünf Stiegen besteht aus gelb gestrichenen, dreigeschoßigen Gebäuden mit gaubenbesetzten Dächern. Der erste, ein wenig gewinkelte Trakt liegt nördlich des Inzersdorfer Kirchenplatzes entlang der Pfarrgasse und endet knapp vor der Brücke über die Liesing. Seine lang gestreckte Straßenfassade ist zehnachsig. Die zweiachsige Schmalseite liegt an der Karl-Krestan-Gasse, die ein Stück entlang der Liesing verläuft und dann nach Süden abbiegt. Das zweite Gebäude mit Walmdach folgt diesem Straßenverlauf. Nach einem kürzeren, vierachsigen Fassadenteil schließt, um eine Achsentiefe von der Gasse zurückversetzt, ein zweiachsiger Teil an, der auch als Schmalseite des längeren, zehnachsigen Gebäudeteils gesehen werden kann. Dadurch entsteht eine Verknüpfung zum ersten Gebäude an der Pfarrgasse.
Eine Treppe mit einer niedrigen, gemauerten Brüstung und Verbindungsmauern zu den beiden Wohnhäusern wird von hohen Fahnenstangen flankiert und vermittelt zwischen dem höheren Straßenniveau der Karl-Krestan-Gasse und dem niedrigeren Hofniveau. Die ursprünglich geplante, begrünte Pergola hätte die beiden Gebäude optisch stärker miteinander verbunden und einen intimeren Zugang zum Hof ermöglicht. Der Hof ist auch über die südlichen Schmalseiten der Anlage zugänglich, wo das Areal der Inzersdorfer Grund- und Hauptschule anschließt. Er ist mit Bäumen und Bänken ausgestattet und hier liegen auch die Stiegenzugänge, deren Portale dunkelgraue Profilrahmen und Segmentbogenstürze aufweisen. Das oberste Stiegenhausfenster sollte eigentlich kreisrund sein, wurde aber letztendlich quadratisch ausgeführt.
Je zwei Stiegenhäuser erschließen die langen Trakte. An allen Fassaden sind die Fenster regelmäßig eingeschnitten und einheitlich mit profilierten, hellgrauen Putzrahmen und einer etwas breiteren, gekehlten Sohlbank ausgestattet. Harmonie und Solidität prägen somit das Erscheinungsbild dieser Wohnanlage.
Anny Beranek - Anny Beranek (geb. Langer, 1914-1998) studierte ab 1934 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien war sie unter anderem an den Entwürfen der Wohnhausanlage Arltgasse 2-16 in Wien 16 (1931-1956) beteiligt.