Detailinformationen
Adresse
Leo-Mathauser-Gasse 73, 1230 Wien
Leo-Mathauser-Gasse 73, 1230 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1964 - 1964
Anzahl an Wohnungen
8
Architekt*in
Anton Ceplecha
Wohnungen |
8 |
|---|---|
Waschküchen |
0 |
Stiegen |
1 |
Lokale |
0 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
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Geschichte
In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.
Die Leo-Mathauser-Gasse hieß ursprünglich Johann-Schwarz-Gasse. Sie wurde 1957 nach Leo Mathauser (1875-1953), einem angesehenen Lehrer in Siebenhirten, umbenannt.
An der Stelle des Gemeindebaus stand ursprünglich ein zweigeschoßiges Wohnhaus, das 1899 ebenerdig errichtet und 1911 aufgestockt worden war. 1944 fiel es dem Kriegsgeschehen zum Opfer, da auch Siebenhirten wegen seiner Industrieansiedlungen bombardiert wurde. Gegenüber auf der anderen Straßenseite steht eine aufgelassene alte Fabrik mit einem hohen Schornstein, die damals möglicherweise das eigentliche Ziel hätte sein sollen. Die Gemeinde gab 1951 die Bewilligung zum Wiederaufbau des zerstörten Hauses, der Bauwerber gab das Bauvorhaben jedoch auf und zwei Jahre später wurde die Bewilligung hinfällig. Einige Zeit danach ging der Baugrund in den Besitz der Gemeinde über, die 1962 die Errichtung eines Wohnheims beschloss.
Architektur und Kunst
Das dreigeschoßige Wohnhaus ist eine Lückenverbauung. Die asymmetrisch gegliederte Straßenfassade wird durch einen seitlich angesetzten, flachkubischen Erker mit einer dreiflügeligen Fensterachse akzentuiert. Das auffällige Portal ist aus der Mitte etwas nach Süden versetzt und hat eine tiefe, stark abgeschrägte Kunststeinumrahmung, welche mit abstrakten Reliefeinlagen geschmückt ist. Auf dem geschlossenen, breiten Mauerstück neben dem Tor ragt aus einer Halterung knapp darüber eine Fahnenstange bis ins oberste Geschoß hinauf. Ursprünglich war an dieser Stelle ein hochrechteckiger Wandschmuck als Gegengewicht zum Erker vorgesehen, wurde aber nicht ausgeführt.
Durch das Tor und das Foyer gelangt man in das hofseitige Stiegenhaus sowie über einen Treppenabgang zur im Keller gelegenen Hoftür. Außen führt ein kleiner Treppenaufgang wieder auf Hofniveau. Die Asymmetrie der Straßenfassade zeigt sich auch an der Hoffassade. Da das von quadratischen Nassraumfenstern flankierte Stiegenhaus seitlich versetzt ist, schließen auf der einen Seite nur eine und auf der anderen Seite zwei Außenachsen an. Im begrünten Hof steht entlang der südlichen Grundstücksgrenze ein gemauerter, ebenerdiger Geräteschuppen.
Anton Ceplecha - Über den Architekten Anton Ceplecha (1894-1975) sind kaum Daten bekannt. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhausanlagen Anton-Freunschlag-Gasse 80 in Wien 23 (1962-1964) und Leo-Mathauser-Gasse 73 in Wien 23 (1964).
Die Portalumrahmung mit abstrakten, schmalen Dreiecksformen im Stil der 1960er-Jahre wurde wohl nach kunstgewerblicher Vorlage von einem Steinmetz in Kleinserie angefertigt, da ein identisches Portal in der Anton-Freunschlag-Gasse 80 ebenfalls in dieser Weise geschmückt ist.