Detailinformationen
Adresse
Steinbauergasse 1-7, 1120 Wien
Steinbauergasse 1-7, 1120 Wien
Gaudenzdorfer Gürtel 11, 1120 Wien
Herthergasse 2, 1120 Wien
Siebertgasse 15, 1120 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1931 - 1932
Anzahl an Wohnungen
306
Architekt*in
Josef Frank
Wohnungen |
306 |
|---|---|
Waschküchen |
7 |
Stiegen |
18 |
Lokale |
3 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 7 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Pädagogin und Politikerin Leopoldine Glöckel wurde am 12.11.1871 in Wien geboren. Die Ehefrau des Schulreformers Otto Glöckel war Mitglied verschiedener Frauenorganisationen wie etwa des "Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins" und trat später der Sozialdemokratischen Partei Österreichs bei. Sie gehörte ab 1919 dem Wiener Gemeinderat und in Folge dem Landtag an und schrieb zahlreiche Artikel in Österreichischen Zeitschriften (z.B. "Arbeiter-Zeitung"). Während des Bürgerkriegs wurde die sozialdemokratische Politikerin vom 12. Februar bis 30. März 1934 in Polizeihaft genommen. Sie starb am 21.5.1937. Eine Tafel im Eingangsbereich erinnert an die Namensgeberin des Hofes.
Während des Bürgerkrieges fanden in den großen Gemeindebauten der Umgebung schwere Kämpfe statt, auch die Wohnhausanlage von Josef Frank war im Februar 1934 Schauplatz dieser Auseinandersetzungen. Den Namen "Leopoldine-Glöckel-Hof" erhielt der Gemeindebau erst am 12. September 1949, die feierliche Benennung nahm der Wiener Bürgermeister Theodor Körner vor. In den 1950er-Jahren erfolgte der Ausbau des Dachgeschoßes.
Architektur und Kunst
Der "Leopoldine-Glöckel-Hof" des Wiener Architekten Josef Frank liegt an der so genannten "Ringstraße des Proletariats" und ist als geschlossene Blockrandbebauung konzipiert. Anhand eines raffinierten Farbkonzepts wird die Monotonie langer Straßen- und Hoffronten vermieden, vielmehr scheint sich der fünfgeschoßige Bau in eine abwechslungsreiche Abfolge unterschiedlich gestalteter Einzelhäuser aufzulösen. Die glatten Fassaden sind in verschiedenen hellen Pastellfarben gehalten und werden durch einen Wechsel unterschiedlich großer Fenster und weit vorspringender Einzelbalkone bestimmt. Bis auf die weißen Farbumrahmungen der Fassadenöffnungen wird auf jede Form von Dekoration verzichtet, trotzdem zählt der Bau zu den spannungsvollsten und bestechendsten Wohnhausanlagen der 1930er-Jahre.
Josef Frank - Josef Frank (1885-1967) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Seine Villen-Bauten der 1920er- und 1930er-Jahre gehören zu den bedeutendsten Werken der Moderne in Wien (z. B. Haus Beer, mit Oskar Wlach, 1929/30). Für die Gemeinde Wien errichtete er alleine und gemeinsam mit seinen langjährigen Partnern Oskar Wlach und Oskar Strnad mehrere Wohnhausanlagen. Die berühmte Werkbundsiedlung im 13. Bezirk wurde als Bauausstellung für ein neues, soziales Wohnen von ihm konzipiert (ab 1930). Frank emigrierte 1934 nach Schweden, wo er zum wichtigsten Wegbereiter des modernen Designs wurde.