Detailinformationen
Adresse
Gebauergasse 10, 1210 Wien
Gebauergasse 10, 1210 Wien
Immengasse 1, 1210 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1928 - 1930
Anzahl an Wohnungen
23
Architekt*in
Hermann Stiegholzer
Wohnungen |
23 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
2 |
Lokale |
0 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Gebauergasse wurde 1967 nach Anton Karl Gebauer (1872-1942) benannt. Ursprünglich hieß die Gasse Mautner-Markhof-Gasse, zwischen 1938 und 1945 Arnulf-Hansl-Gasse. Anton Karl Gebauer war Lehrer und Ethnograf. Er unternahm lange Reisen, unter anderem nach Ägypten, Syrien und in entlegene Gebiete Hinterindiens. Die hierbei zustande gekommenen bedeutenden Sammlungen befinden sich heute im Völkerkundemuseum.
Das Wohnhaus wurde ab 1928 auf einem frei geworden Grundstück an der Ecke Immengasse/Gebauergasse (damals Mautner-Markhof-Gasse) errichtet. Die Nordwestbahnstrecke und die Straßenbahnremise befanden sich bereits damals in unmittelbarer Nachbarschaft. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war das umgebende Areal, wie der ganze 21. Bezirk, als letzter Stützpunkt der deutschen Wehrmacht in Wien massiv von Kriegsschäden betroffen. Aufgrund der Nähe zur Nordwestbahn und der ehemaligen Floridsdorfer Lokomotivfabrik war die Wohnanlage extrem gefährdet; sie überdauerte die Kriegshandlungen aber ohne Beschädigung und ist heute weitgehend unverändert erhalten.
Architektur und Kunst
Das Wohnhaus befindet sich an der Ecke Immengasse/Gebauergasse. Eine klassische Frontalansicht der Fassade war aufgrund der Lage in den engen Gassen und an der Bahntrasse nicht möglich, deshalb ist das vom Architekten akzentuierte Element die Eckzone. Drei durchlaufende Balkonreihen setzen in den Obergeschoßen am Risalit in der Immengasse an und greifen über die Ecke aus. In ovalem Verlauf schlingen sie sich über die Kante und stellen so eine Verbindung zu dem in der Gebauergasse befindlichen Fassadenteil her. Die Rundungen der Balkone fallen wegen der sonst sehr geradlinigen und kantigen Gestaltung des Wohnhauses besonders ins Auge und stellen das Zentrum der Fassadengestaltung dar. An den beiden seitlichen Schauseiten liegt jeweils ein fast bis an das Hauptgesims heranreichender Risalit vor der Fassade. Eine regelmäßige Anordnung von kleinen Rechteckfenstern und darunter liegenden Scheinfenstern in Abwechslung mit großen quadratischen Fenstern strukturiert die Fassadenfläche auf den beiden Risaliten, die in ihrer Ausgestaltung sonst eher nüchtern sind. Der Eingang zum Hof befindet sich seitlich in der Gebauergasse. An der Hofseite ist die Fassade von schachtartig aufragenden Stiegenhäusern bestimmt. Die Anordnung der Fenster entspricht der an den Straßenseiten. Die Eingangsbereiche sind überbreit gefasst und mit sternverstrebten Bullaugenfenstern verziert.
Hermann Stiegholzer - Hermann Stiegholzer (1894-1982) studierte ab 1915 an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er nach kriegsbedingten Unterbrechungen 1924 bis 1926 die Meisterschule von Peter Behrens besuchte. Bereits Ende der 1920er-Jahre entstanden erste Wohnbauten nach seinen Entwürfen, wie etwa das Gemeindewohnhaus Gebauergasse 10 in Wien 21. In dieser Zeit ging Stiegholzer eine Arbeitsgemeinschaft mit Herbert Kastinger ein, in der vor allem Wohnhäuser entstanden. Wegweisend für ähnliche Bauaufgaben wurde das von ihnen geplante Arbeitsamt für Bauarbeiter (Herbststraße 6-10, Wien 16; nicht erhalten). In den 1950er-Jahren beteiligte sich Stiegholzer am Wiederaufbau und realisierte mehrere Wohnhäuser für die Gemeinde Wien.