Detailinformationen
Adresse
Gersthofer Straße 75-77, 1180 Wien
Gersthofer Straße 75-77, 1180 Wien
Höhnegasse 6, 1180 Wien
Hockegasse 2, 1180 Wien
Hockegasse 1-7, 1180 Wien
Alsegger Straße 46-48, 1180 Wien
Gersthofer Straße 75-77, 1180 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1930 - 1931
Anzahl an Wohnungen
274
Architekt*in
Karl Schön, Wilhelm Schön
Wohnungen |
274 |
|---|---|
Waschküchen |
6 |
Stiegen |
20 |
Lokale |
21 |
Fahrradbox |
Ja |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 6 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Der Hof wurde im Zuge der Sanierung Ende 2007 nach dem sozialdemokratischen Kommunalpolitiker Rudolf Sigmund benannt.
Im Originalplan war an der Spitze des Bauwerks Richtung Pötzleinsdorf ein Versammlungssaal vorgesehen, welcher heute das Lokal der SPÖ-Pensionisten beherbergt. Diese Anlage sah bei ihrer Errichtung eine außergewöhnlich große Anzahl von Einzelzimmern ("Ledigenwohnungen") vor, wohl deshalb kam es seit den 1960er-Jahren hier zu zahlreichen Wohnungszusammenlegungen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Architektur und Kunst
Zwei Parzellen, davon die kleinere mit einer sehr ungünstigen Form, wurden durch die Überbauung der Hockegasse zu einer größeren Anlage verbunden, deren von der Gersthofer Straße aus linker Trakt einen nahezu rechteckigen Gartenhof durch Randverbauung umschließt, während der rechte, kleinere Teil auf dreieckigem Grundriss zur Hockegasse hin als Straßenhof geöffnet ist. An der Ecke zur Gersthofer Straße findet sich ein geknickter, turmartiger Bau mit ausladenden Balkonen, welcher im Erdgeschoß Geschäfte aufweist, darüber drei Wohngeschoße, und im Dachboden Ateliers mit großen Fenstern. Die Stiegenhausfenster sind erkerartig ausgebildet und im Vergleich zu den anderen Fenstern stark vergrößert. Die Geschoßanzahl der Trakte variiert mehrfach wegen des abschüssigen Geländes, jedoch liegt die Dachlinie des "Turmes", der an der tiefsten Stelle des Baues steht, ebenso so hoch wie diejenige der wesentlich niedrigeren Teile, die höher gelegen sind.
Karl Schön - Karl Schön (1875-1955) besuchte zunächst die Staatsgewerbeschule in Brünn und im Anschluss daran vermutlich die private "Loos-Schule". Genaueres über seine Ausbildung ist allerdings nicht bekannt. Ab 1906 war Karl Schön in Wien tätig, wo er mit seinem Bruder Wilhelm Schön eine Bürogemeinschaft einging. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden in ganz Wien zahlreiche dem Jugendstil verpflichtete Wohn-, Geschäfts- und Kaufhäuser. Während des Ersten Weltkrieges musste das Büro jedoch wegen mangelnder Aufträge geschlossen werden. In den folgenden Jahren entstanden in Wien nur noch die beiden kommunalen Wohnanlagen in der Wattgasse 88 (Wien 17, 1928) und in der Gersthofer Straße 75-77, (Wien 18, 1930/31).
Wilhelm Schön - Wilhelm Schön (1880-1946) studierte von 1913 bis 1915 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Josef Bauer. Zusammen mit seinem Bruder Karl Schön arbeitete er vor dem Ersten Weltkrieg sehr erfolgreich an Wohn-, Geschäfts- und Kaufhäusern in ganz Wien. Das Mietshaus Albertgasse 10 in Wien 8 ist als selbständige Arbeit von ihm gesichert. In Wien entwarf er zuletzt mit seinem Bruder die kommunalen Wohnanlagen in der Wattgasse 88 (XVII. Bezirk, 1928) und in der Gersthofer Straße 75-77 (XVIII. Bezirk, 1930/31).
Im Gartenhof steht ein Zierbrunnen "Rehkitz mit Mutter" von Rudolf Schmidt.