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Emil Fucik-Hof

Hof-Informationen Emil Fucik-Hof

Detailinformationen

Emil Fucik-Hof

Adresse

Gudrunstraße 55-103, 1100 Wien

Gudrunstraße 55-103, 1100 Wien

Laimäckergasse 2-10, 1100 Wien

Erlachgasse 39-47, 1100 Wien

Wilczekgasse 3-7, 1100 Wien

Steudelgasse 2-8, 1100 Wien

Steudelgasse 1-3, 1100 Wien

Chiarigasse 2-10, 1100 Wien

Erlachgasse 28-66, 1100 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1950 - 1952

Anzahl an Wohnungen

666

Architekt*in

Franz Schuster

Wohnungen

666

Waschküchen

23

Stiegen

57

Lokale

14

Fahrradbox

Ja

Rollatorbox

Ja

Werkstatt

Nein

Ihr Hof ist mit 23 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.

Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Die Wohnhausanlage wurde 1992 nach Emil Fucik (1912-1989) benannt. Fucik war bereits in den 1930er-Jahren Funktionär der Gewerkschaft und Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, weshalb er 1935 verhaftet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zunächst Bezirkskulturreferent von Favoriten und später Bezirkssekretär der SPÖ. Von 1953 bis 1966 gehörte er dem Wiener Landtag und Gemeinderat an. Fucik war von 1966 bis 1977 Bezirksvorsteher von Favoriten.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Favoriten noch weitgehend unverbaut, so war die Gudrunstraße einst nur ein Feldweg, der nach Simmering führte. Die städtebauliche Entwicklung begann hier erst mit der Errichtung des Arsenals (1849 - 1856), des Südbahnhofes (1867 - 1870) und der Bautätigkeit an der Ringstraße, wodurch die in Favoriten ansässigen Ziegelfabriken großen Aufschwung erhielten. Die günstige Verkehrsanbindung durch den neuen Südbahnhof hatte zudem die Ansiedlung zahlreicher Betriebe zur Folge. Um Wohnraum für die zugezogenen Arbeiter zu schaffen, wurde das Gebiet bis zur Quellenstraße nach einem Rasterplan mit meist viergeschoßigen Zinshausblöcken verbaut. Nach dem Börsenkrach 1873 stagnierte allerdings die Bautätigkeit. Ab 1890 kam es durch die Ansiedlung von mittelgroßen Fabriken entlang der Quellenstraße, wie etwa der Ankerbrot-Fabrik (1892), zu einem neuerlichen Wachstum. In der Zwischenkriegszeit und nach 1945 wurden die noch bestehenden Baulücken mit großzügigen Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien geschlossen.

Architektur und Kunst

Die Wohnhausanlage erstreckt sich entlang der Gudrunstraße von der Steudelgasse bis zur Laimäckergasse. Zusätzlich umschließt sie einen Innenhof zwischen Erlachgasse und Chiarigasse und einen weiteren westlich der Steudelgasse. Sie besteht aus insgesamt 19 Wohnhäusern, von denen zwei an die geschlossene Verbauung der Gudrunstraße und der Erlachgasse anschließen, die übrigen sind freistehende Baukörper. Grundsätzlich sind die Riegelbauten entlang der Straßenzüge aufgestellt und folgen so dem Prinzip der Blockrandverbauung der benachbarten Wohnhausanlage aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Da es sich hier allerdings um freistehende Bauten handelt, wird die geschlossene Hofstruktur durchbrochen und es werden fließende Übergänge zum Außenraum geschaffen. An der Erlachgasse sind einige Wohnhäuser quer zur Straße in den Hof eingestellt und durch ebenerdige, straßenseitig gelegene Lokalbauten miteinander verkoppelt, wodurch auch hier in abgewandelter Form der Blockrandverbauung treu geblieben wird. Die einzelnen Wohnblöcke umfassen drei bzw. vier Geschoße, wo sie an die geschlossene Straßenverbauung anschließen, auch fünf Geschoße. Ursprünglich wurden ihre Fronten nur durch die in Gruppen angeordneten Fenster strukturiert, die scharf in die glatte Putzfassade eingeschnitten sind. Gliedernde Akzente setzten nur die versetzten Stiegenhausfenster und einzelne Achsen breiterer Fenster. Im Zuge einer in den späten 1980er-Jahren erfolgten Sanierung wurden die Stiegenhausachsen und einzelne Fenstergruppen in farbliche Putzfelder gefasst. Zudem erhielten die Stiegenzugänge dekorative, von Pflanzen überwachsene Vordachkonstruktionen.

Franz Schuster - Franz Schuster (1892-1972) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad und Heinrich Tessenow, dessen Mitarbeiter er nach seinem Abschluss wurde. Nach einem Aufenthalt in Dresden wurde er zum Chefarchitekten des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen berufen. In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, unter anderem mit Adolf Loos und Franz Schacherl, war er an der Realisierung der Gemeindesiedlung "Süd-Ost" in Wien 10, Laaer-Berg-Straße 151-203 (1921), der Kriegerheimstätte Hirschstetten I in Wien 22 (1921) sowie der Pioniersiedlung der GESIBA "Denglerschanze" in Wien 21, Josef-Zapf-Gasse 1-37 (1921/22), beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er der Kommission zur Wiederherstellung des Stephansplatzes an und leitete von 1952 bis 1957 die Forschungsstelle für Wohnen und Bauen der Stadt Wien. In dieser Zeit entstand neben mehreren Kindergärten, Schulbauten und sozialen Einrichtungen auch der Emil-Fucik-Hof in Wien 10, Gudrunstraße 55-103 (1950-1952), nach seinen Plänen.

Dokumente