Detailinformationen
Adresse
Badgasse 1-7, 1090 Wien
Badgasse 1-7, 1090 Wien
Fechtergasse 13-17, 1090 Wien
Wiesengasse 2-12, 1090 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1950 - 1952
Anzahl an Wohnungen
119
Architekt*in
Karl Ehn
Wohnungen |
119 |
|---|---|
Waschküchen |
2 |
Stiegen |
8 |
Lokale |
10 |
Fahrradbox |
Ja |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Ja |
Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.
Die Wohnhausanlage wurde am 14. März 1953 anlässlich des 10. Todestages des in Tirol gebürtigen Schriftstellers Karl Schönherr "Karl-Schönherr-Hof" benannt. Bürgermeister Franz Jonas verkündete dies in seiner Ansprache vor dem Ehrengrab. Karl Schönherr (1867-1943), Doktor der Medizin, lebte und arbeitete als Dramatiker und Erzähler in Wien. Er verfasste Werke mit sozialkritischem Inhalt sowie zur Tiroler Geschichte.
Die Wohnanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Lichtenthalerkirche. 1950 bis 1952 löste sie eine Ansammlung bereits abgewohnter einstöckiger Häuser mit kleinen, schlecht ausgestatteten Wohnungen ab. Insgesamt wurden 12 Parzellen mit vorgründerzeitlichen Bauten für die Schaffung dieses Bauplatzes zusammengezogen. 2003 wurde der Karl-Schönherr-Hof unter Denkmalschutz gestellt.
Architektur und Kunst
Der Karl-Schönherr-Hof erinnert in Bezug auf seine Architektur an die Gemeindebauten der 1920er-Jahre, Karl Ehn knüpft in seiner Konzeption an den von ihm entworfenen Karl-Marx-Hof an. Die fünfgeschoßige Wohnhausanlage erstreckt sich in U-Form zwischen der Badgasse, der Fechtergasse und der Wiesengasse. Die flächige Umsetzung der Anlage mit einem großzügigen Hof entsprach den neuen städteplanerischen Ansprüchen der 1950er-Jahre an eine ausreichende Freiraumversorgung. Die Gliederung und Rhythmisierung der Fassade durch verschiedenste Bauelemente wie Fenster, Vorsprünge, Erker und Türverbauten ist typisch für Ehns Entwürfe.
Ehn, der Schule Otto Wagners verpflichtet, trug maßgeblich zur Herausformung des markanten Erscheinungsbildes der so genannten "Superblocks" bei. Die frühere Tendenz zu einer gewissen Bombastik wird von Ehn bezeichnenderweise in der Ära des Ständestaates zugunsten einer unprätentiösen Schlichtheit aufgegeben, die dann auch in den Bauten der ersten Nachkriegsjahre ihre Fortsetzung findet.
Karl Ehn - Karl Ehn (1884-1959) studierte von 1904 bis 1907 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner. Bereit 1908 trat er in den Dienst des Wiener Stadtbauamts. Vor dem Ersten Weltkrieg errichtete er vor allem Nutzbauten wie etwa Lagerhäuser für die Gemeinde Wien. In den 1920er- und 1930er-Jahren entstanden zahlreiche Wohnhausanlagen nach seinen Entwürfen, darunter auch sein prominentestes Bauwerk: der Karl-Marx-Hof in Wien 19. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Ehn noch als Architekt tätig. Sein letztes Bauwerk, der Karl-Schönherr-Hof in Wien 9, wurde 1952 vollendet.
An der Ecke der Badgasse zur Fechtergasse ist ein Sgraffitowandbild (1950-1952) von Heribert Potuznik angebracht. Es trägt den Titel "Donauflößer - Badeszene". Der Bezug zum Standort der Wohnhausanlage in der Badgasse in der Nähe des ehemaligen Lichtenthalerbades (Badgasse 22) sowie zum Schiffverkehr auf dem früher durch die Althanstraße fließenden Donauarm wird deutlich - ein in den 1950er-Jahren häufiger Verweis auf die Geschichte des Bauortes. An der Außenwand in der Fechtergasse sind die Porträt-Bronzebüste "Karl Schönherr" und die dazugehörige Schrifttafel von Mario Petrucci zu sehen (1953).