Detailinformationen
Adresse
Lange Gasse 21-23, 1080 Wien
Lange Gasse 21-23, 1080 Wien
Neudeggergasse 22, 1080 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1955 - 1958
Anzahl an Wohnungen
77
Architekt*in
Johann (Hans) Stöhr
Wohnungen |
77 |
|---|---|
Waschküchen |
2 |
Stiegen |
4 |
Lokale |
7 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 2 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.
Benannt ist die Wohnhausanlage nach der ersten weiblichen Bezirksvorsteherin Wiens. Maria Franc (1906-1974) arbeitete als Angestellte in einer Schuhfirma, als sie 1934 der christlichen Gewerkschaft beitrat und sich bald im Bereich der Sozialpolitik profilierte. Für ihr Engagement im Freiheitsbund wurde sie 1937 ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Maria Franc Mitglied der ÖVP und nahm ihre politische Arbeit als Bezirksreferentin der Frauenbewegung und Fürsorgevorstand wieder auf. 1959 bis 1964 bekleidete sie das Amt der Bezirkschefin in der Josefstadt.
Der Maria-Franc-Hof wurde in den Jahren 1955 bis 1958 in mehreren Abschnitten errichtet. Den Anfang machte 1955 ein längs der Zeltgasse verlaufender Bau mit fünf Stockwerken. 1958 wurde die Zeltgasse mit einem siebenstöckigen Quertrakt überbaut. Diese beiden miteinander verbundenen Elemente beherbergen die Stiegen 1 und 2 der Wohnhausanlage. Mit einer zweiten Überbauung wurde die Gesamtanlage 1957/58 um zwei weitere Stiegen ergänzt. Zudem wurden auch Geschäftslokale und Garagen für die Mieter in die Anlage integriert.
Architektur und Kunst
Die Gesamtanlage besteht aus zwei nicht miteinander verbundenen Gebäuden zu je zwei Stiegen. Bis auf einen fünfstöckigen Trakt Ecke Lange Gasse/Zeltgasse, der ein abgewalmtes Pultdach trägt, sind die Trakte mit einem Flachdach versehen. Die Wohnungen im parallel zur Neudeggergasse verlaufenden, sechsstöckigen Haus sind teilweise mit Balkonen ausgestattet. Beide Gebäude der Wohnhausanlage wurden als Überbauungen der Zeltgasse angelegt. In den öffentlichen Durchfahrten bzw. Durchgängen, die unter den Trakten hindurchführen, befinden sich jeweils die Eingangstüren zu den vier Stiegen des Wohnhauses. Der schlichten Fassadengestaltung in den oberen Stockwerken wurde ein horizontal strukturierter Sockel entgegengesetzt. In den Durchgängen trennen verschiedenförmige Säulen die Fahrbahn vom Fußweg.
Johann (Hans) Stöhr - Johann (Hans) Stöhr (1897-1981) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Nach seinem Studium trat er in das Wiener Stadtbauamt (MA 19) ein, dessen Leiter er bis 1963 war. In dieser Funktion war er vor allem in der Zeit des Wiederaufbaus an der Errichtung zahlreicher kommunaler Bauten beteiligt. So wurden ein Teil der Stadtrandsiedlung Leopoldau in Wien 21 und der Bauteil Ost der Per-Albin-Hansson-Siedlung in Wien 10 nach seinen Entwürfen errichtet. 1950 wurde seine berufliche Tätigkeit in dokumentierter Form als Dissertation an der TU Wien anerkannt.
Die rechte Seite des östlicheren Hofteils entlang der Zeltgasse schmückt seit 1957 ein unter Denkmalschutz stehendes, viereinhalb Meter hohes Wandmosaik, das drei Eulen zeigt. Erschaffen hat es der Grafiker Prof. Josef Seger, der vor allem durch seine Entwürfe für österreichische und liechtensteinische Briefmarken bekannt geworden ist.