Detailinformationen
Adresse
Tautenhayngasse 28, 1150 Wien
Tautenhayngasse 28, 1150 Wien
Oeverseestraße 61, 1150 Wien
Minciostraße 6-8, 1150 Wien
Küchelbeckergasse 1, 1150 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1935 - 1936
Anzahl an Wohnungen
151
Architekt*in
Franz Wiesmann
Wohnungen |
151 |
|---|---|
Waschküchen |
3 |
Stiegen |
10 |
Lokale |
7 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Ja |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 3 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage verschlechterten sich die Rahmenbedingungen für den kommunalen Wohnbau massiv. Dazu kam, dass die Stadt Wien mit der Ausschaltung des Parlaments und der Einführung einer autoritären ständestaatlichen Verfassung 1934 den Status als eigenes Bundesland verlor, es wurde zur "bundesunmittelbaren Stadt" erklärt, die demokratische Stadtverwaltung des Amtes enthoben. Von Regierungsseite starteten Aktionen zur Errichtung von Erwerbslosensiedlungen in Randgebieten.
Wie alle anderen Familienasyle wurde die Anlage nach einem Heiligen benannt. Die Tautenhayngasse erhielt 1912 ihren Namen nach dem Medailleur und Bildhauer Josef Tautenhayn (1837-1911), Professor an der Akademie der bildenden Künste.
Zu Beginn der 1930er und im Ständestaat geriet der soziale Wohnbau in eine tiefe Krise. Einzig für kinderreiche, von Obdachlosigkeit bedrohte Familien errichtete die Regierung in Wien sieben Familienasyle mit insgesamt ca. 1.000 Wohnungen. Der Standard dieser Anlagen fiel jedoch weit hinter jenen des Wohnbauprogramms des "Roten Wien" zurück: so wurden in die Anlagen etwa erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Stadt Wien Gasleitungen verlegt.
Architektur und Kunst
Das Familienasyl in der Tautenhayngasse umfasst einen ganzen Baublock, dessen eigentliche Schauseite mit Skulptur und Schriftzug der Gemeinde gegen Nordwesten gerichtet ist. Die Gassen- und Hoffronten der viergeschossigen Anlage wurden ohne jedes Dekor und äußerst sparsam gestaltet. Dies entsprach einerseits den fehlenden finanziellen Möglichkeiten, andererseits jedoch auch den stilistischen Tendenzen der Zeit. Auffallend ist auch heute noch die großzügige Anlage des Hofes, während die Hoffassaden durch den Einbau von Lifttürmen ihre ursprünglichen Proportionen verloren haben. Im Inneren war der Bau ursprünglich freilich alles andere als großzügig: in den heillos überbelegten Kleinstwohnungen ohne Gas und Strom herrschten schwer vorstellbare Zustände - heute steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz.
Franz Wiesmann - Franz Wiesmann (1888-1959) studierte von 1907 bis 1913 an der Technischen Universität Wien. Nachdem er eine kurze Zeitspanne als freier Architekt in Baden tätig gewesen war, erhielt er 1914 eine Anstellung am Wiener Stadtbauamt und gehörte diesem bis zu seiner Pensionierung an. Zahlreiche Wohnhausanlagen der Zwischenkriegszeit entstanden nach seinen Plänen.
An der Nordwestecke des Baus befindet sich eine von Anton Endstorfer (1880-1960) geschaffene Sandsteinfigur des Hl. Engelbert. Der akademische Bildhauer Endstorfer schuf auch die namensgebenden Figuren für die Familienasyle St. Richard und St. Elisabeth.