Detailinformationen
Adresse
Mollardgasse 89, 1060 Wien
Mollardgasse 89, 1060 Wien
Linke Wienzeile 182, 1060 Wien
Eisvogelgasse 2a, 1060 Wien
Pliwagasse 1a, 1060 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1931 - 1932
Anzahl an Wohnungen
155
Architekt*in
Georg Rupprecht
Wohnungen |
155 |
|---|---|
Waschküchen |
3 |
Stiegen |
10 |
Lokale |
7 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 3 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Karl Leuthner (1869-1944) war Reichsratsabgeordneter (1911-1918), Mitglied der provisorischen Nationalversammlung (1918-1919), Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung (1919-1920) sowie Abgeordneter zum Nationalrat (1920-1934). Von 1895 bis 1934 war er Redakteur der "Arbeiter-Zeitung" und verfasste zahlreiche politische und religionsgeschichtliche Broschüren.
Während des Ersten Weltkrieges wurde auf dem Grundstück zwischen Hauptfeuerwache und der "Ersten gewerblichen Fortbildungsschule" ein geschlossener Jugendspielplatz angelegt, der 1930 dem Leuthnerhof weichen musste. Die Wohnhausanlage hat das 1934er-Jahr unbeschadet überstanden, erst ein Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg beschädigte das Gebäude schwer. 1947 und 1949 wurden die zerstörten Teile wieder aufgebaut. 2003 wurde der Leuthnerhof unter Denkmalschutz gestellt.
Architektur und Kunst
Die klar strukturierte, fünfgeschoßige Blockrandbebauung mit einspringenden Ecken erstreckt sich um einen längsrechteckigen, begrünten Innenhof, von dem aus - wie in den meisten Wiener Gemeindebauten - sämtliche Stiegenhäuser erschlossen werden. Der Architekt verzichtete auf applizierten Dekor, stattdessen strukturierte er die großen, straßenseitigen Fassadenflächen durch schwach ausgeprägte Risalite und ein breites, bandförmiges Kranzgesims als zweischichtiges Wandsystem. Nur an der Fassade gegen die Linke Wienzeile werden Balkone als Gliederungselement eingesetzt.
Georg Rupprecht - Georg Rupprecht (1891-1940) studierte ab 1909 an der Technischen Hochschule Wien. Aufgrund des Kriegsdienstes konnte er das Studium allerdings erst 1918 abschließen. Ab 1923 widmete er sich als selbständiger Architekt unterschiedlichsten Bauaufgaben. So wurden nach seinen Entwürfen Villen in Rom, Salzburg und in Zoppot bei Danzig (heute Polen) errichtet. In Wien plante er vor allem Geschäftslokale und Kaffeehäuser, unter anderem auch die Bar im Hotel Bristol. Seine wichtigsten Bauten für die Gemeinde Wien sind der Franz-Silberer-Hof in Wien 3 und der Karl-Leuthner-Hof in Wien 6.
Besondere Erwähnung verdienen die beiden original erhaltenen Teppichklopfstangen im Innenhof, deren Steher expressionistische Ansätze aufweisen.