Detailinformationen
Adresse
Breitenseer Straße 106-108, 1140 Wien
Breitenseer Straße 106-108, 1140 Wien
Rudolf-Pöch-Gasse 1-3, 1140 Wien
Burgersteingasse 2, 1140 Wien
Breitenseer Straße 106-108, 1140 Wien
Rudolf-Pöch-Gasse 1-3, 1140 Wien
Burgersteingasse 2, 1140 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1931 - 1932
Anzahl an Wohnungen
146
Architekt*in
Hugo Gorge
Wohnungen |
146 |
|---|---|
Waschküchen |
3 |
Stiegen |
9 |
Lokale |
5 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 3 Waschküchen auf unterschiedlichen Stiegen ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
In Erinnerung an die erstmals 1195 urkundlich erwähnte Ortschaft Breitensee heißt die Straße seit 1894 Breitenseer Straße. Früher hieß dieser Teil der Straße Nussallee, weil sich dort eine Allee mit Nussbäumen befand.
Die Wohnhausanlage liegt am oberen, ab 1900 verbauten Teil der alten Hauptverkehrsstraße der ehemaligen Ortschaft Breitensee. Ursprünglich dominierten zwei große 1901-1903 errichtete Militärkasernen das Straßenbild. Der Gemeindebau ist in Fortsetzung der Wohnanlage Breitenseer Straße 110-112 errichtet worden. Von Beginn an waren auch Versorgungseinrichtungen wie Geschäftslokale und Waschküchen, die noch heute existieren, eingeplant.
Während des Bürgerkrieges 1934 war der Gemeindebau Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen zwischen dem republikanischen "Schutzbund" und den faschistischen Machthabern. Am 13. Februar versuchten Schutzbündler vergeblich, vom Gemeindebau zu den nahen Kasernen vorzudringen. Noch am selben Tag wurde der Gemeindebau von Polizei, Militär und Heimwehr besetzt und die Mehrzahl der männlichen Bewohner verhaftet.
Architektur und Kunst
Die auf abfallendem Baugrund errichtete Wohnanlage reicht von der Breitenseer Straße über die Bürgersteingasse bis zur Rudolf-Pöch-Gasse. Sie besteht aus drei Wohntrakten mit neun Stiegen und umschließt einen gartenähnlichen, an einer Seite offenen Hof.
Der in der Höhe abgestufte Trakt an der Breitenseer Straße bildet das Herzstück der Anlage.
Über die Front ziehen sich lange Gitterbalkone, die den niedrigeren mit dem höheren Gebäudeteil verklammern. Das Erdgeschoß des höheren Bauteils wird durch das Hoftor und Geschäftslokale aufgelockert und durch den Verputz besonders hervorgehoben. Die so akzentuierte Erdgeschoßzone zieht sich als Sockel bis in die Bürgersteingasse. Die Wohntrakte an den anderen Straßenseiten folgen in ihrem Aufbau demselben Fassadenschema, das sich auch auf der Hofseite fortsetzt. Die Fassade ist durch über vier Geschoße reichende Nischen, in denen hofseitig Balkone angebracht sind, rhythmisch gegliedert.
Die wohlproportionierten Trakte und klar gegliederten Fassaden entsprechen dem sachlichen Stil des Architekten Hugo Gorge, dessen Bauten sich an den Bedürfnissen der Benutzer orientieren.
Hugo Gorge - Hugo Gorge (1883-1934) studierte an der Technischen Hochschule sowie der Akademie der bildenden Künste in Wien. Der auch als Designer tätige Architekt war für die Gemeinde Wien beim Bau von mehreren Wohnanlagen beteiligt. Sein wohl bekanntestes Gebäude ist das 1930/32 errichtete Doppelhaus in der Werkbundsiedlung in Lainz.