Detailinformationen
Adresse
Sebastian-Kelch-Gasse 4-6, 1140 Wien
Sebastian-Kelch-Gasse 4-6, 1140 Wien
Wissenswertes
Bauzeit
1928 - 1929
Anzahl an Wohnungen
24
Architekt*in
Heinrich Vana
Wohnungen |
24 |
|---|---|
Waschküchen |
1 |
Stiegen |
2 |
Lokale |
1 |
Fahrradbox |
Nein |
|---|---|
Rollatorbox |
Nein |
Werkstatt |
Nein |
Ihr Hof ist mit 1 Waschküche ausgestattet. Allen Mieter*innen stehen die Waschküche im Monat einen halben Tag (7 Stunden) zur Verfügung. Wenn Sie zu dem für Sie vorgesehenen Termin keine Zeit haben oder einen zusätzlichen Termin benötigen, können Sie hier im Portal einen neuen Termin reservieren.
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.: 06.00–20.00
Sonn- und Feiertage: geschlossen
In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.
Geschichte
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.
Die Straße erinnert seit 1904 an Sebastian Kelch (1802-1870), der 1848 Ortsrichter von Penzing war.
Südlich der Hütteldorfer Straße, im Einzugsgebiet des dort gelegenen ehemaligen Betriebsbahnhofs der Wiener Verkehrsbetriebe, entstand die Wohnanlage mit ursprünglich zwei Geschäftslokalen. Früher befand sich hier ein SPÖ-Lokal. Seit fast 21 Jahren werden die ehemaligen Räume des Parteilokals von der Kinderbetreuungsgruppe "Ich & Du" genutzt. Die Anlage wurde 2001 unter Denkmalschutz gestellt.
Von 2012 bis 2017.
Im Rahmen der Sanierung wurden die oberste Geschoßdecke sowie die Kellerdecke wärmegedämmt, Dachdeckung und -verblechung neu hergestellt, der Dachstuhl instandgesetzt. Fassaden, Kellerfenster, Stiegenhaustüren sowie Holz-Alu-Fenster und Balkontüren wurden erneuert, Gehwege, Balkone und Loggien saniert. Auch Hauskanal, Kellertüren und Stiegenhausgeländer wurden instandgesetzt. Zudem erhielten die Waschküchen eine Sanierung, eine neue Zentralschließanlage mit Zentralsperre wurde installiert und Wohnungstüren erneuert.
Architektur und Kunst
Die in einer breiten Baulücke errichtete Wohnanlage hebt sich vor allem durch ihren expressiven Fassadenaufbau von den Nachbarhäusern ab. Die symmetrisch aufgebaute Straßenfassade gliedert sich in ein hohes Sockelgeschoß mit einem Spitzbogenportal mit profilierter Rahmung im Zentrum. Darüber befinden sich in den drei Mittelachsen trichterförmige spitze Erker mit Gitterbalkonen. An den Seiten wird die Fassade durch erkerartig vortretende, mehrgeschoßige Anbauten, die turmartig in die Dachzone reichen, belebt. Das expressive Erscheinungsbild wird durch Gesimse und Spitzgiebel noch unterstrichen. Der farbige Verputz akzentuiert sowohl die einzelnen Fassadenzonen als auch die Bauglieder und erweckt den Eindruck von mehreren sich überlagernden Schichten. Ein tonnengewölbter Durchgang führt in den Hof, dessen Fassade durch die runden Stiegenhausrisalite, Balkone und Arkadengänge bestimmt wird und der Anlage eine romantische Note verleiht. Mit seiner markanten motivreichen Fassade stellt die Wohnanlage ein wichtiges Beispiel für den kommunalen Wohnbau der Zwischenkriegszeit dar.
Heinrich Vana - Heinrich Vana (1889-1967) studierte nach seinem Kriegsdienst von 1920 bis 1923 Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Bereits ab 1924 war er als selbstständiger Architekt für die Stadt Wien tätig, für die er auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinem Sohn Kurt Vana mehrere Wohnbauprojekte realisierte.