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Gründorfgasse 4

Hof-Informationen Gründorfgasse 4

Detailinformationen

Gründorfgasse 4

Adresse

Gründorfgasse 4, 1140 Wien

Gründorfgasse 4, 1140 Wien

Wissenswertes

Bauzeit

1928

Anzahl an Wohnungen

13

Architekt*in

Heinrich Ried

Wohnungen

13

Waschküchen

0

Stiegen

1

Lokale

0

Fahrradbox

Nein

Rollatorbox

Nein

Werkstatt

Nein

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Waschküchen.

In Ihrer Wohnanlage gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Sie können aber schnell und einfach online einen Park- oder Garagenplatz in der Nähe Ihrer Wohnanlage suchen und beantragen.

Geschichte

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Das Wohnhaus steht in der seit 1906 nach dem Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor Karl Gründorf (1830-1906) benannten Gründorfgasse.

Der Bereich zwischen Meiselstraße, Drechsler- und Gurkgasse, wo sich vormals Äcker und Gärten befanden, wurde ab 1890 rasterförmig parzelliert und verbaut. Die Gemeinde Wien erwarb ab 1924 zahlreiche freie Bauplätze, um sie für den Wohnhausbau zu nutzen. Verkehrstechnisch günstig - im Einzugsgebiet des ehemaligen Betriebsbahnhofs der Wiener Verkehrsbetriebe an der Hütteldorfer Straße - gelegen, entstanden Ende der 1920er Jahre zahlreiche Gemeindebauten, die von verschiedenen Architekten erbaut wurden und diesen Teil des 14. Bezirkes bis heute durch ihre Architektur bereichern.

Architektur und Kunst

Das in einer schmalen abfallenden Baulücke errichtete Wohnhaus hebt sich mit seinen vier bis fünf Geschoßen von den Nachbarhäusern durch seine markante Fassadengestaltung ab. Der Haussockel ist mit Bruchsteinen rustikal verkleidet, die Wand dagegen glatt verputzt und durch schlichte Gesimse gegliedert. Der Hauseingang mit asymmetrischer Rahmung ist et-was aus der Fassadenmitte versetzt. Darüber ragen in den Obergeschoßen abwechselnd verschränkt angeordnet Loggien und Erker weit vor und werden von einem Dacherker überragt. Loggien und Erker sind die bestimmenden räumlich-körperlichen Gestaltungsmittel, die dem Bau seinen unverwechselbaren Charakter verleihen. Auf der Hofseite tritt das Stiegenhaus als eigenständiger Bauteil turmartig vor. Seitlich schließen in den Obergeschoßen Gitterbalkone an den Stieghausturm an, jede Wohnung besitzt einen eigenen Balkon. Zusammen mit den Wohnhäusern Meiselstraße 73, Sebastian-Kelch-Gasse 5-7 und Cervantesgasse 16 bildet das Haus einen gemeinsamen Hof.

Heinrich Ried - Heinrich Ried (1881-1957) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien u.a. bei Friedrich Ohmann. Nach seinem Studium arbeitete er mit Rudolf Sowa zusammen und war in Österreich, Ungarn und Tschechien tätig. Für die Gemeinde Wien plante er in der Zwischenkriegszeit sowie nach dem Zweiten Weltkrieg Wohnhausanlagen, etwa den Josef-Julius-Gerl-Hof (Wien 20, Stromstraße 39-45; 1930/31) oder das Wohnhaus in der Karolinengasse 24 (Wien 4; 1951). Ried war auch am Wiederaufbau des ausgebrannten Justizpalastes beteiligt.

Einen Akzent setzt die kunstvoll gearbeitete Haustür aus lackiertem Holz. Sie ist mit Eisennägeln beschlagen und besitzt schmiedeeiserne Gitter in Blattform vor querovalen Türscheiben. Ähnlich dekorativ ist auch das Gitter mit ornamentalem Muster an der Hoftür. Das Stiegenhausgeländer fällt durch das kontrastreiche Spiel von gewinkelten Geländerstreben und Kugeln besonders auf.

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