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Der Zahnarzt aus dem Goethehof

DDr. Paul Loser praktiziert in der vierten Generation als Zahnarzt im Goethehof. Und die fünfte Generation steht bereits in den Startlöchern.

„Meine Tochter Larissa wird in eineinhalb Jahren Frau Doktor und mein Sohn Lucas ist in dreieinhalb Jahren mit dem Studium fertig“, so der stolze Herr Papa. Druck hat Paul Loser in puncto Berufswahl aber nie auf seine Kinder ausgeübt. „Ich war in meiner Jugend schon immer beim Papa und beim Opa zuschauen, und es war dann bald klar, dass ich auch Zahnarzt werden möchte“, erzählt sein Sohn Lucas. „Ich bin als Kind auch immer hier bei meinem Vater im Technikzimmer gesessen und habe mit Gips gespielt“, so Paul Loser. Erst nach einem Studium der Allgemeinmedizin und einer Ausbildung zum Notarzt wechselte er zur Zahnmedizin und war zunächst Primarius für Orale Chirurgie im Van-Swieten-Spital und Gerichtsgutachter, bevor er – später, als man es vermuten würde – die Praxis seines Vaters übernahm.

Ich wünsche meinen Kindern, dass sie dieselbe dentale Lebensfreude wie
ich haben!“ - DDr. Paul Loser

Zahnheilkunde liegt ihnen im Blut

Begonnen hat das Interesse für die Zahnheilkunde in der Familie Loser sehr früh. Der 1870 geborene Peter Loser, der Urgroßvater von Paul Loser, war ein fahrender Zahnarzt, der ab 1896 mit dem Fuhrwerk zu seinen Patientinnen und Patienten in Wien und Umgebung fuhr. „Freitagnachmittag war Zahnreißer-Tag, da ist der Uropa mit dem Rucksack hingefahren und hat seine Patientinnen und Patienten in den Hinterzimmern der Gasthäuser behandelt“, so wurde es Paul Loser von seinen Eltern überliefert.

Pionier im Goethehof

Der Großvater von Paul Loser, ebenfalls mit Vornamen Paul, war der erste Zahnarzt im Goethehof. „Der Opa hat mit Stecktuch und stehend behandelt – und das für die damalige Zeit sehr modern, mit amerikanischen Luftdruckgebissen“, schwärmt sein Enkel. Paul Loser senior praktizierte ab 1930 im Gemeindebau an der Schüttaustraße. „Ich habe eine Patientin hier im Goethehof, die 91 Jahre alt ist, die hat der Opa noch behandelt“, so Paul Loser. Als der Opa starb, übernahm Paul Losers Vater Hellmuth die Praxis, in der er bis zu seinem Tode im Jahr 2018 tätig war. In der Kriegszeit bewies er sehr viel Zivilcourage: Er versteckte einen jüdischen Gemeindebaubewohner in einem Kasten in der Ordination und rettete ihm so das Leben.

Paul Loser hilft, wo er kann

Auch Paul Loser kümmert sich um seine Mitmenschen. „Einmal ist eine Mieterin gekommen und hat gesagt, ihr Sohn hat sich beim Rollerbladen auf der Donauinsel ein Loch in den Kopf geschlagen. Selbstverständlich habe ich ihm dann die Wunde am Kopf genäht“, so der hilfsbereite Arzt. Zurzeit praktiziert Dr. Paul Loser in seiner Praxis im Gemeindebau noch alleine, aber seine Tochter wird nach dem Studium als erster Sprössling der fünften Generation Loser ebenfalls hier als Zahnärztin arbeiten. Wenn es der Papa nicht erwarten kann, seine Tochter in der Praxis zu sehen, kann er sie inzwischen vielleicht bald im Goethehof in ihrer Gemeindewohnung besuchen, denn das Wohnticket für ihre erste eigene Wohnung hat sie schon lange beantragt.

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