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Das Marktamt im Gemeindebau

Wie viel Grad darf ein Bergkäse oder ein rohes Hendl in einem Marktstandl haben? Die beiden Damen wissen es. Im Gemeindebau Abelegasse 16 in Ottakring ist seit 2011 das Marktamt für den 16. bis 19. Wiener Bezirk zu Hause. Wir haben zwei Mitarbeiterinnen bei ihrer spannenden und wichtigen Arbeit begleitet.

Was die wenigsten Menschen über die MA 59, die Abteilung für Marktservice und Lebensmittelsicherheit, wissen, ist, dass die MitarbeiterInnen im Außendienst, die sogenannten „LebensmittelinspektorInnen“, nicht nur Lebensmittel, Marktstände und Betriebsküchen auf Frische und Sauberkeit prüfen, sondern dass auch Kosmetika und Kinderspielzeug auf ihre Verträglichkeit für den Menschen untersucht werden.

Eine Lebensmittelinspektorin, die tagtäglich im 16. Bezirk unterwegs ist, ist Gabriele Amplatz. Von ihr werden 340 Betriebe in Ottakring kontrolliert. Heute steht der Brunnenmarkt auf ihrem Programm. „Wenn ein Betrieb bei der letzten Überprüfung nicht so gut abgeschnitten hat oder wenn es Beschwerden gibt, wird öfter kontrolliert!“, so die Expertin. Eine Großküche wie die eines Krankenhauses wird mindestens einmal pro Jahr begutachtet.

Bei Standln sieht man, was man kauft

„Standln haben halt das Glück oder das Pech, dass man sowieso gleich sieht, ob die Lebens- mittel in Ordnung sind oder nicht“, erläutert Gabriele Amplatz. Begleitet wird sie heute von Regina Rietmüller. Seit 2016 arbeiten die beiden zusammen. „Die Vielfältigkeit und die Arbeit mit den Menschen machen viel Spaß. Jeder Betrieb ist anders, daher ist meine Arbeit so interessant“, so Regina Rietmüller. Bevor es zum Brunnenmarkt geht, nimmt sie aus ihrem Kasten ein Infrarot-Thermometer, mit dem gemessen wird, ob die Lebensmittel die richtige Temperatur haben, Schutzhandschuhe, einen Plastikmantel und eine Schutzhaube heraus. Ihre Kollegin hat eine Thermostasche dabei, in der mögliche Proben stundenlang kühl gelagert werden können.

Zehn Minuten später sind die beiden Damen bereits in der Brunnengasse. Sie werden von vielen MarktstandlerInnen erkannt und gegrüßt. Bei einem Obststand überprüft Regina Rietmüller die Waage. Ein schneller Blick verrät ihr, dass hier alles ok ist. Gabriele Amplatz hat ein paar Schritte weiter bei einem Standl ein verdächtig erscheinendes Geflügel gesehen. Mit einer Hand öffnet sie die Glasvitrine, hinter der Hühnerflügerln und -haxerln liegen, mit der anderen misst sie mittels Infrarot-Thermometer die Temperatur des Geflügels. Ein Piepsen. Ein Blick auf die Anzeige. Es hat 4,5 Grad, bis 6 Grad darf offene Ware laut Lebensmittelverordnung haben. Das heißt, auch hier ist nichts zu beanstanden.

Zuletzt wird noch ein Käsestand unter die Lupe genommen. Ein gereifter Bergkäse hat mit 13,7 Grad ebenfalls die richtige Temperatur. Er kann von den KonsumentInnen ohne Bedenken genossen werden.

Proben werden genauestens untersucht

Oft endet der Arbeitstag der beiden Damen in der AGES, der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit, in der Spargelfeldgasse im 22. Bezirk. Im Falle eines Journaldienstes müssen sie dorthin den KollegInnen die gezogenen Proben bringen, die dann auf Krankheitserreger und Keime untersucht werden. Heute haben die zwei Damen Glück: Ihr Dienst endet um 17 Uhr in der Abelegasse.

Aber morgen müssen sie wieder früh aufstehen, denn da wird eine Backstube überprüft – und sie wollen den Bäcker überraschen.

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