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"Gustav ans an Gustav zwa...

...wir machen heut a Razzia“, heißt es in einem Hit von Rainhard Fendrich, in dem zwei Polizisten miteinander funken. Auch im Gemeindebau wird heute noch gefunkt. Seit 1988 betreibt Franz Sobotka in der Stumpergasse 41 – 43 im sechsten Bezirk, unweit der Mariahilfer Straße, auf ca. 75 m2 das Funk-Fachgeschäft „Point Electronics“.

Seine berufliche Laufbahn als Fernmeldemonteur begann Franz Sobotka bei der Post in Wien. In seiner Freizeit baute der Bastler Fernsteuerungen für Modelautos. Mit der Freigabe des CB-Funks (engl. citizens band radio) vor 40 Jahren, also mit einer freien Funkfrequenz für jedermann, erwachte auch sein Interesse am Funken.

Vom Waldviertel bis nach Australien

Der begeisterte Tüftler kam als Jugendlicher am Arbeitsplatz seines Vaters, der Finanzbeamter in der Finanzlandesdirektion war, zum ersten Mal mit einer professionellen Funkanlage in Berührung: „Dort konnte man von Wien bis zur Staatsgrenze funken. Es wurden alle internen Nachrichten durchgegeben, zum Beispiel, wenn sie Leute gesucht haben. Es hat seinen Reiz gehabt, da zuzuhören“, erzählt Franz Sobotka mit einem schelmischen Grinsen.

Aber der klassische CB-Funk war dem Funker in jungen Jahren zu wenig. „Damals habe ich an einem Tag drei Funkverbindungen nach Australien geschafft, vom Waldviertel aus – das war über die Kurzwelle und nicht ganz legal!“

Eine Nische für Hochspezialisierte

Heute geht selbstverständlich alles mit rechten Dingen zu. „Point Electronics“ verkauft Geräte für Amateurfunker, aber auch Schiffsfunkgeräte. „Gleich kommt ein Kunde vorbei, der will ein Zweitgerät für sein Schiff haben.“ Auch der Twin-City-Liner von Wien nach Bratislava funkt mit Geräten von Franz Sobotka – ebenso wie Sicherheits- leute der unterschiedlichsten Botschaften in Wien.

Es gibt auch Menschen, die rufen mich an und sagen, sie fühlen sich durch Strahlen von ihrem Nachbarn beschossen ... Denen sage ich dann halt, dass sie bei mir falsch sind!“, so der Experte.

Franz Sobotka hat viele StammkundInnen. „Da reden wir über Gott und die Welt!“ Und das tut der begeisterte Funker nicht nur mit seinen KundInnen, sondern auch mit wildfremden Menschen aus der ganzen Welt, wie z.B. in einem Urlaub an der Ägäis. „Mir war fad, ich habe über Amateurfunk Leute gerufen. Niemand hat sich gemeldet ... etwas später ruft ein Lehrer aus einer Schule zurück und fragt mich, ob ich mit seinen Schülerinnen und Schülern reden möchte. Das habe ich gerne getan, ich habe den Kindern von Wien erzählt und dass ich vor Jahren in Tel Aviv war!“

Amateurfunk - Welt ohne Grenzen

„Ich funke heute mit einem Russen, morgen mit einem Tschechen, mir ist die Nationalität egal. Wir lizensierte Funkamateure drücken auf die Sprechtaste und sprechen mit einem Chinesen, mit einem Südamerikaner – und ab und zu entstehen dabei auch grenzenlose Freundschaften.“

Bald wird Franz Sobotka mehr Zeit für seine Freundschaften haben, denn in absehbarer Zeit möchte er in Pension gehen. Ob er eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für sein Fachgeschäft findet, ist noch ungewiss. Wir drücken ihm auf alle Fälle fest die Daumen!

Auf der Donau wird auf Kanal 10 gefunkt, internationale Gewässer funken auf Kanal 16.“

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