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Hüttelbergstraße 7

Fakten

Hüttelbergstraße 7

Hüttelbergstraße 7, 1140 Wien

Baujahr: 1927-1928

Wohnungen: 21

Architekt: Wilhelm Peterle

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die idyllische Wohnhausanlage wurde auf einem höher gelegenen, planierten Grundstück, das von der Hüttelbergstraße bis nahe an den Halterbach reicht, errichtet. Die Straße, an der die Wohnhausanlage liegt, wurde 1873 ausgebaut.

Die Architektur

Die kleine, in einem parkähnlichen Garten gelegene Wohnhausanlage wurde nach den Grundsätzen der Gartenstadtbewegung errichtet. Sie besteht aus zwei im Grundriss rechtwinkeligen Baukörpern mit je zwei Geschoßen, die in offener U-Form gegeneinander angeordnet sind. Mit ihrem Bruchsteinsockel, den Walmdächern und Giebeln besitzen die beiden Wohnhäuser villenartigen Charakter und passen sich der Bebauung in dieser Gegend gut an. Auffallend ist die Horizontalgliederung der Fassaden durch zweifarbigen Verputz und ein umlaufendes Gesims. Die leicht zurückgestuften Mittelachsen der Längsseiten sowie die Hauseingänge werden durch Giebel akzentuiert. Kleine halbkreisförmige Balkone, Spitzerker sowie Putzfensterrahmungen unterstreichen den landhausartigen Charakter. In dem mit einer Bruchsteinmauer begrenzten Garten befindet sich an der hinteren Grundstücksecke ein Pavillon mit Kupferzeltdach.

Der Name

Die Wohnanlage liegt an dem seit dem Jahr 1894 Hüttelbergstraße benannten Straßenzug, der auf den 354 m hohen Hüttelberg führt. Davor hieß sie Dornbacher Straße.

Architekten

Wilhelm Peterle - Der in Ried im Innkreis geborene Wilhelm Peterle (1893-1959) studierte zunächst an der Technischen Hochschule Graz, wechselte 1913 an die Technische Hochschule Wien, wo er 1921, nach geleistetem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, sein Studium abschloss. Peterle arbeitete zunächst im Atelier Simony, bis er eine Stelle im Wiener Stadtbauamt erhielt, wo er vor allem mit der Errichtung von Wohnhausanlagen befasst war. Als Anhänger der Gartenstadtbewegung plante er neben zahlreichen anderen Projekten für das Rote Wien die Großsiedlung "Am Tivoli" (Hohenbergstraße 3-21, Wien 12).

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