Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Penzinger Straße 72

Fakten

Penzinger Straße 72

Penzinger Straße 72, 1140 Wien

Baujahr: 1890

Wohnungen: 4

Architekt: unbekannt unbekannt

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

In dem Haus befanden sich im 19. Jahrhundert neben sieben Wohnungen eine Weinhandlung und ein Restaurant mit einem noch heute existierenden großen Saal im ersten Stock. Die Gemeinde Wien erwarb das Haus 1919 und im Jahre 1934 zog der Wiener Volksbildungsverein ein. Im Jahr 1945 wurde ein Bildungsheim der SPÖ eingerichtet, das nach Christian Broda benannt wurde. Eine Gedenktafel erinnert an den Namensgeber des Hauses. Eine weitere Tafel erinnert an den Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger, der hier zum letzten Mal vor seinem Tod (1910) in einer Versammlung gesprochen hat.

Die Architektur

Wie im 19. Jahrhundert üblich, orientierte man sich an den Baustilen der Vergangenheit und war bestrebt, auch Wohn- und Geschäftshäusern eine repräsentative Fassade zu geben. Dieses Haus ist im Barockstil gestaltet. Die symmetrisch aufgebaute Straßenfassade weist alle Merkmale dieses Stils auf: Das Erdgeschoß ist mit Putzquadersteinen und Rundbögen gegliedert und wird durch ein breites Gebälk von den Obergeschoßen getrennt. Die beiden Hauptgeschoße dagegen sind genutet. Im ersten Stock verleihen die Fensterverdachungen mit Segmentbögen der Fassade einen belebten plastischen Ausdruck. Ein kräftiges Kranzgesims mit Konsolen und Girlanden schließt die Fassade zum Dach hin ab.

Der Name

Das in dem Geäude untergebrachte Bildungsheim ist nach dem ehemaligen Justizminister sowie Bundes- und Nationalratsmitglied Christian Broda (1916-1987) benannt. Christian Broda war im Widerstand gegen den Ständestaat und das NS-Regime aktiv. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Jus und engagierte sich in rechts- und gesellschaftspolitischen Fragen. Als Justizminister war er an der grundlegenden Reform auf dem Gebiet des Familien-, Personen- und Strafrechts beteiligt.

Architekten

unbekannt unbekannt -

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+