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Veitingergasse 95-97

Fakten

Veitingergasse 95-97

Veitingergasse 95-97, 1130 Wien

Baujahr: 1956-1957

Wohnungen: 6

Architekt: Heinrich Reitstätter

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

In den Jahren 1929 bis 1932 wurde auf einem Grundstück zwischen der Veitingergasse und der Jagdschlossgasse die Wiener Werkbundsiedlung errichtet. Unter der Leitung von Josef Frank entstanden 70 Einfamilien- und Doppelhäuser, die von 32 Architekten geplant wurden. Die Musterhaussiedlung sollte den Gedanken des modernen und funktionalen Wohnens in einem naturnahen Umfeld verwirklichen. Nachdem die Siedlung im Rahmen der Wiener Werkbundausstellung 1932 vorgestellt wurde, konnten 14 Häuser an private Eigentümer verkauft werden. Die restlichen Gebäude wurden von der Gemeinde Wien übernommen. Der Wohnbau von Heinrich Reitstätter wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Ersatz für ein Doppelhaus von Walter Sobotka errichtet. Das zweigeschoßige Gebäude war bei einem Luftangriff 1945 zerstört worden.

Die Architektur

Der Wohnbau liegt an der Veitingergasse und schließt im Westen direkt an ein zweigeschoßiges Reihenhaus an. Ein großer Teil der Wohnhäuser in der Veitingergasse und südlich davon bis zur Jagdschlossgasse gehört zur Wiener Werkbundsiedlung, die zwischen 1929 und 1932 entstanden ist. Der Wohnbau von Heinrich Reitstätter ersetzt ein Doppelhaus, das im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Der Architekt greift auf die Grundidee der Musterhaussiedlung zurück und stellt ein schlichtes, funktionales Wohnkonzept in den Vordergrund. Anstelle des alten zweigeschoßigen Vorgängerbaus wurde ein dreigeschoßiger Wohntrakt mit sechs Wohnungen geplant. Die glatte Fassade gliedert sich in regelmäßige Fensterachsen, die knapp in die Wand eingeschnitten sind. Die straßenseitige Fassade ist symmetrisch angelegt, wobei die Mittelachse deutlich betont wird.

Die Wohnungen sind über den zentralen Eingang zugänglich, das Stiegenhaus ist in einem risalitartigen Bauteil untergebracht.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, wurde ursprünglich als Windmühlgasse und Ober-St.-Veiter-Gasse bezeichnet. Seit 1894 erinnert der Name Veitingergasse an die ehemalige Flur Veitinger Feld, die sich in Ober-St.-Veit befand.

Architekten

Heinrich Reitstätter - Heinrich Reitstätter (1903-1971) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien. In Wien realisierte er auch den Großteil seiner Wohnbauprojekte, darunter die kommunale Wohnhausanlage in der Pfeilgasse 10-12, Wien 8. In Salzburg zeichnete er für die Bauleitung des "Hotel Europa" verantwortlich (Pläne von Josef Bevcar). Zudem plante er den Umbau einiger Filialen der Creditanstalt-Bankverein AG in Salzburg und Wien.

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