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Schrutkagasse 1-7

Fakten

Schrutkagasse 1-7

Schrutkagasse 1-7, 1130 Wien

Baujahr: 1981-1983

Wohnungen: 28

Architekt: Manfred Nehrer, Reinhard Medek

Weitere Adressen

Tolstojgasse 2-6, 1130 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Wohnanlage schließt einen der letzten Bauplätze in dieser Gegend im Anschluss an die Wohnhausanlage Spohrstraße 19-31. Spuren älterer Besiedlung entdeckte man 1910, als man im Bereich zwischen Spohrstraße, Schrutkagasse und Tolstojgasse ein Grab aus der Völkerwanderungszeit fand, in dem sich unter anderem ein Eisenschwert, ein Haumesser und eine Lanzenspitze befanden.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus zwei zweigeschoßigen Baukörpern mit steilem Dachgeschoß, die auf einem abfallenden Eckgrundstück parallel zur Schrutkagasse errichtet wurden. Geländebedingt sind die beiden Häuser leicht höhenversetzt angeordnet und der eine Wohnbau zur Grundstücksecke abgewinkelt. Aufgrund des Terrainunterschieds befinden sich an der Schrutkagasse die Zufahrten zu den Tiefgaragen sowie zwei der vier Hauseingänge im Unter- bzw. Kellergeschoß, von denen die innen liegenden Stiegenhäuser zu erreichen sind. Die Architektur zeichnet sich vor allem durch die rhythmische Gliederung der Baukörper und das spannungsreiche Verhältnis geschlossener und offener Wandflächen aus. Straßenseitig entsteht durch nischenartige Rücksprünge in der Gebäudekubatur, die durch breite, flach geneigte Giebelfelder in der Dachgeschoßzone überragt werden, eine lebendige Wirkung. Übereck gesetzte Fenster an den Gebäudekanten der Nischen stehen dabei im Kontrast zur geschlossenen Wandfläche.

Im Gegensatz zur Straßenseite und zu den dominierenden Wandflächen der Stirnfronten wird die Gartenfront der Häuser durch Loggien und großzügig geschnittene Fenster aufgelockert. Zwischen den Giebelfeldern im Dachgeschoß befinden sich überdachte Dachterrassen.

Der Name

Die Wohnanlage liegt an der nach dem Rechtsgelehrten und Professor für Zivilrecht an der Universität Wien, Dr. Emil von Schrutka (1852-1918), benannten Straße.

Architekten

Manfred Nehrer - Manfred Nehrer (geb. 1944) studierte an der Technischen Universität Wien, wo er 1967 seinen Abschluss machte. Ab 1972 selbständig, gründete er ein Jahr später mit Reinhard Medek eine Bürogemeinschaft. Manfred Nehrer gilt als Spezialist im Schulbau. Gemeinsam mit seinem Partner plante er seit den 1970er-Jahren zahlreiche Schulbauten in ganz Österreich. Der zudem im Wohnbau tätige Architekt arbeitete auch für die Gemeinde Wien. So war er bei den Planungen des 3. Bauabschnitts der Wohnbebauung am Wienerberg in Wien 10 (Bauteil Neilreichgasse) beteiligt und errichtete die Wohnanlage Thaliastraße 164 in Wien 16. Für sein Schaffenswerk bekam Nehrer 2006 das Ehrenzeichen der Republik Österreich verliehen.

Reinhard Medek - Reinhard Medek (1944-2003) studierte von 1963 bis 1967 an der Technischen Universität Wien. Von 1973 bis zu seinem Tod arbeitete er in einer Bürogemeinschaft mit Manfred Nehrer. Reinhard Medek machte sich vor allem im Schulbau einen Namen und galt als Spezialist in diesem Bereich. Mit seinem Partner plante er zahlreiche Schulbauten in ganz Österreich, die sich durch ihre konzeptionelle Stringenz auszeichnen. Daneben war er für die Gemeinde Wien bei der Errichtung der Wohnbebauung Wienerberggründe in Wien 10 (Bauteil Neilreichgasse) beteiligt und plante auch die Wohnanlage Thaliastraße 164 in Wien 16. Gemeinsam mit Manfred Nehrer erhielt er bei Architekturwettbewerben 18 erste Preise.

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