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Oswaldgasse 15-19

Fakten

Oswaldgasse 15-19

Oswaldgasse 15-19, 1120 Wien

Baujahr: 1970-1972

Wohnungen: 45

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Oswaldgasse liegt in Altmannsdorf, einem Gebiet, das schon 1136 erstmals urkundlich im Saalbuch des Stiftes Klosterneuburg erwähnt wurde. Das Dreieck-Angerdorf, dessen Struktur noch heute im Khleslplatz erhalten ist, gibt es aber schon seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Im 15. Jahrhundert übernahm der Orden der Beschuhten Augustiner die Grundherrschaft des Ortes. Altmannsdorf wurde nicht industrialisiert; Mitte des 19. Jahrhunderts war um den Khleslplatz lediglich die Hetzendorfer Straße bis zur Kreuzung mit der Breitenfurter Straße und diese im Bereich zwischen Hoffingergasse und Stachegasse mit ein- bis zweigeschoßigen Vorstadthäusern verbaut. Die städtische Entwicklung setzte erst um die Jahrhundertwende nach der Eingemeindung in den 12. Bezirk ein. Das Gebiet wurde parzelliert und mit vier- bis fünfgeschoßigen Zinshäusern verbaut.

Im Jahr 1962 plante die Gemeinde Wien, das ganze Areal nördlich der Liebenstraße zwischen Oswaldgasse und Wittmayergasse mit Wohnzeilen zu verbauen. Da das Eckgrundstück an der Oswaldgasse/Liebenstraße jedoch nicht gleich erworben werden konnte, wurden vorerst nur drei Reihenbauten errichtet. Das Grundstück an der Oswaldgasse nördlich der Eckparzelle ging 1968 in den Besitz der Gemeinde Wien über und wurde nach dem Abriss des Vorgängerhauses verbaut.

Die Architektur

Die fünfgeschoßige Anlage ist eine Lückenverbauung und schließt an beiden Seiten an Altbauten an. Von der Oswaldgasse aus gesehen, verläuft nur ein Drittel des Gebäudes unmittelbar neben der Straße, während zwei Drittel weit zurückversetzt sind. Davor befindet sich ein Grünstreifen. Der straßenseitig gelegene Fassadenteil präsentiert sich mit auffälligen, doppelten Balkonachsen. Je zwei der vier übereinanderliegenden Balkone mit Mattglasbrüstungen sind über eine dünne Betonseitenwand abwechselnd links oder rechts miteinander verbunden. Der zurückversetzte Fassadenabschnitt wird durch zwei äußere zweiachsige Risalite, zweiachsige Rücklagen und einen vierachsigen Mittelrisaliten strukturiert. Seitliche Putzrillen fassen die Fensterachsen dezent zu Bahnen zusammen. Im Grünstreifen davor steht eine kubistische Metallplastik. Die Hoffassade ist gegengleich zur Straßenfassade gestaltet. Die Stiegenaufgänge mit vorgelagerten Betonwindfängen sind hofseitig angelegt. Ein großer Grünbereich sorgt für viel Licht und Luft.

... und die Kunst

Im Grünstreifen an der Oswaldgasse steht eine kubistische "Prismenfigur polyphon aufgebaut" von Alois Heidel.

Der Name

Die Oswaldgasse wurde nach dem Heiligen Oswald, König von Northumbria (604-642), benannt. Er ist auch der Namenspatron der Pfarrkirche von Altmannsdorf. In Northumbria sorgte Oswald energisch für die Restauration des Christentums. Dadurch konnte der Bischof von York, der unter seinem Vorgänger nach Kent geflohen war, zurückkehren. In der Folge entstand in Lindisfarne ein bedeutendes Kloster und Zentrum der Missionstätigkeit unter der Leitung des Abtes Aidan, der davor im Kloster Iona tätig gewesen war. Oswald starb im Kampf gegen einen heidnischen Sachsenkönig und wurde danach als Märtyrer verehrt.

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